Aktuell!

Südafrika

March 16, 2026

Die dritte Magen-Darm-Infektion erwischt mich kurz vor Abschluss des Projekts mit der Pre-R-Klasse von Teacher C. Ich habe mich so auf den letzten Tag mit den beiden quirligen Gruppen gefreut, an dem ich sie ein Nest / Haus / eine Hütte oder eine andere Unterkunft für all die Tiere, die wir bewegt und gemalt haben, bauen lassen wollte. Bei den letzten beiden Gruppen der Grade-R-Klasse von Teacher S war dabei sehr spannend zu beobachten, wie die Kinder zusammenarbeiten – oder eben nicht. Daraus sind für mich weitere Fragen entstanden: Wie kann ich die Aufgabe noch klarer stellen, dass das Zusammenarbeiten einfacher gelingt? Wie kann ich die jeweilige Gruppe dabei begleiten ohne ihnen zu viel von ihrem Freiraum zu nehmen? Wieviel Struktur braucht es? Und im Weiteren: Wie kann ich die 4-5jährigen (Pre-R) so unterstützen, dass Zusammenarbeit auch in dem Alter gelingen kann, wo die meisten noch viel stärker in ihren eigenen Welten sind? Nun ich hoffe, für diese Fragen in den nächsten zwei Wochen mit den letzten beiden Gruppen der EduCare in Masi einige Antworten zu entdecken. Dann werde ich erstmal auf die Garden Route-Reise gehen, und danach die EduCare wechseln, d.h. ich werde in der zweiten der insgesamt drei Vorschulen mit den Kindern der selben Altersklasse wie in Masi das Projekt Dance in the Sea of Colours neu entdecken können. Bevor ich in meinen Kurzurlaub fahren werde, hab ich noch ein Standortgespräch mit der Programmverantwortlichen in Masicorp. Dazu hab ich die Lehrerinnen von EduCare Masi gebeten, mir zurück zu melden, wie sie das Projekt erlebt haben, was sie daraus für sich ziehen und wovon sie glauben, dass die Kinder profitieren konnten. Und was kann ich ein nächstes Mal besser machen. Ich bin gespannt auf ihre Feedbacks, da es mir ein grosses Anliegen ist, dass das Projekt nicht nur lebendig bleibt, sondern auch nachhaltig wirken und weitergeführt werden kann.

Glücklicherweise hat letzte Woche der 10. Pioneers of Change Online Summit begonnen. So konnte ich meine Krankheitstage mit spannenden, inspirierenden und zur Handlung anregenden Gesprächen verschönern. Dass Trauerarbeit in Gruppenritualen heilsam ist (Francis Weller), kann ich mir nicht nur sehr gut vorstellen, sondern ich wünschte mir, dass es dieses Angebot selbstverständlich für alle zugänglich geben würde. In „der langen Dunkelheit“, in der die Welt sich neu ordnet und daher sich bis dahin sehr chaotisch zeigt (Weller), müssen wir nicht in Starre ausharren, sondern sollten wir ins Handeln kommen (Peter Wohlleben): Mit dem, was möglich ist, unseren (kleinen) „Beitrag zum Guten“ (F. Schulz von Thun) leisten. Prof. Schulz von Thun öffnete mir neue Türen mit dem sogenannten dreistufigen Dialogweg „Verstehen – Verständnis – Einverständnis“ als Gegenmittel zur Spaltung (Polarisierung) in Gesprächen. Auch das dialogische Credo von Nietzsche, auf welches er sich mehrmals bezogen hat, nehme ich mit: Die Wahrheit beginnt zu zweit. Oder wie er es am Schluss des Gesprächs weitergeführt hat: Das Neue beginnt zu zweit. Zusammenarbeit als Selbstverständlichkeit und Ablösung des Resource-erschöpfenden Konkurrenz-Verständnisses wurde in einem der utopischen live-Gesprächen besprochen, u.a. mit dem spannenden Visionär von Reinventing Society (www.realutopien.de). Seine starken Bilder von entspannten Kooperationen an unterschiedlichen Orten, auch in der Natur (Apfelbaum-Modell), haben mich tief beeindruckt. Gerald Hüther war bereits zum dritten Mal bei den Pionieers dabei. Nur wer Heimat (in sich) habe, könne in die Welt ziehen und auf Welteroberung gehen. Das klang bei mir stark an, da ich nach wie vor auf Heimatsuche (siehe www.koerpergeschichten.com/ unter: vergangene Projekte / Burning Stars / öffentliche Spiele) bin. Und immer wieder Liebe als Grundlage für alles. In meinen Worten, entlang der Formulierung des intelligenten Neurobiologen: Liebe ist mein bedingungsloses Interesse an dir, so dass du in deine (ganze) Kraft kommen kannst. Kohärentes Verhalten und Leben – es gäbe noch ganz viele Essenzen aus den bereichernden Gesprächen mitzuteilen. Ich werde mich sicher noch hier registrieren. Zum Schluss kopier ich (ab jetzt auch für mich) das Lebensmotto von Prof. Schulz von Thun: Mensch zu sein und Mensch zu werden, ist mein Auftrag hier auf Erden.

March 11, 2026

Hitzerekord? In Masi war es heute 45 und in Fish Hoek um die 42 Grad Celsius. Es ist zwar früher Herbst hier in Cape Town, aber ich glaube, ich habe den Sommer durch wenige solcher Hitzetage erlebt, weil es im SA-Sommer doch immer noch stark windet. Ich war heute schon um 9 Uhr früh schweissnass, als ich mit den Kindern getanzt habe. In der Baby Class bin ich danach fast eingeschlafen, weil ich so nudelfertig war von den 2 Gruppen – nicht wegen der Kinder, gar nicht. Die sind so voller positivem Leben und engagiert, tanzen, bewegen, malen und fantasieren voller Lust und mit Freude. Ich bin immer wieder so dankbar, dieses Lachen und ihr „Hello Teacher Rea“ zu hören, erleben und jeden Morgen mit allen Sinnen geniessen zu dürfen. Ich sehe auch, dass ein paar der Kinder sehr still und nicht so zu Spässen aufgelegt sind. Ich sehe sie, auch sie, mit ihren müden Gesichtern und ihren unsicheren Blicken. Ich bewundere die engagierten Lehrerinnen, wie sie mit ganz anderen Methoden und Didaktik (logo) als ich – mit meiner europäischen Haltung, meinen Wertvorstellungen, den Kindern viel Freiheit zu geben, etc. – aber trotz einer für mich ziemlichen Strenge, so viel Liebe den Kindern gegenüber bringen, jeden Tag, bei all den schrecklichen Umständen, in denen manches Kind lebt, bei der Hitze jetzt, und viel Regen im Winter mit teilweise Überschwemmungen in der Township. Sie bieten diesen Kindern jeden Tag eine Oase. Ich bin tief beeindruckt, wie die junge Lehrerin C, die vermutlich selber auch kein einfaches Leben hat/hatte, die Kinder begleitet und in meinem Projekt unterstützt. Auch mich. Es macht mir wirklich viel Freude, wenn ich auch am Donnerstagabend jeweils echt auf der Schnauze bin. Freitag gibt es kein Projekt, weil die ganze EduCare Sporttag hat. Ich hätte und könnte weitere Ideen einbringen, aber für mich ist es wirklich wichtig, die richtige Balance zu finden. Sowohl im Ideen einbringen, wie auch für mich, um mit meinen Energien gesund zu haushalten. Die Kinder der Baby Class sind grad ein bisschen auf Revolutions-Kurs. Seit Januar sind sie nun eingewöhnt und testen jetzt natürlich Grenzen aus. Sehr gerne bei mir, weil ich nicht diesen strengen Ton aufbringen kann. Ich sehe die Kleinkinder halt schon noch als sehr junge Seelen, die ihre Mamis jetzt zwar nicht mehr so vermissen wie anfangs des Schuljahres, aber in den empfindlichsten Zeiten ihres Lebens sind, in dem Bindung so wichtig ist. Das ist anstrengend. Gleichzeitig bin ich hin und weg, wenn sie mich sehen, zu mir rennen (Schwyzerdütsch „höseled“) und mich umarmen bzw. meine Beine, mich anstrahlen aus ihren unschuldigen Gesichtern und mich mit „Mama“ begrüssen. 

Ich habe den Chapman’s Peak Drive gefahren, mich an dieser atemberaubenden Aussicht auf sämtlichen Aussichts-Parkgelegenheiten erfreut und freue mich nun ganz besonders auf meine Freundin J, die mich besuchen kommt. Wir werden ab dem 27. März die Garden Route er-fahren, er-leben und geniessen. Bleibt gesund und munter! 

March 5, 2026

Zügeln – Gottseidank tipptopp. Neue Bleibe – ein Aussichtstraum und viel Ruhe, Zeit und Platz für mich, meine Rückzugs- und Bewegungsbedürfnisse. Das Auto bereits von einem mobilen Mechaniker geflickt – no worries! Hätte ich ausgeprägtere Auto-Kenntnisse, könnte ich euch jetzt sagen, was wo wie warum geflickt werden musste. Auf jeden Fall Schäden von VOR mir und durch meine Rumpelfahrten durch Masi und über die Schwelle in die EduCare verstärkt, wo ich hinter dem Gate und auf dem Platz vor dem Eingang mein Auto hinter Gittern sicher parkieren kann. Rasta, so wird der Bewohner genannt, der schon auf dem Areal war, bevor die EduCare etabliert wurde, musste von Masicorp quasi gezwungenermassen übernommen werden. Er sei etwas eigen, vermutlich habe er Schizophrenie, weil er manchmal von Leuten oder Figuren erzähle, die es da nicht gäbe. Aber er sei halt da und harmlos. Ich erlebe Rasta als total engagiert, er öffnet mir immer das Gate, wenn ich rein- oder rausfahren muss mit meinem Auto. Er winkt mir Tschüss und stellt auch mal die Kehrichteimer beiseite, wenn einer der Nachbarn auf dem Vorplatz der Schule parkiert hat. Er hat das Problem an meinem Miet-Auto erkannt, benannt und mir geraten, es reparieren l zu assen. Detailliert hat er mir erklärt, was es brauche – keine grosse Sache. Ich mag Rasta und sehe ihn – wie gesagt – engagiert in der Mithilfe, wenn es darum geht, alle Matten für den Mittagsschlaf für die Kinder in die Klassen zu verteilen, wenn am Freitag Sporttag ist und die Sound-Anlage aufgestellt werden muss, wenn bei der Hitze, der Platz um die Klassenräume mit Wasser abgespritzt werden muss usw.. Als ich mit den Kindern Seaweed besprochen und festgestellt habe, dass sie nicht wissen, wovon ich rede, hab ich aus dem Meer bzw. von der Fish Hoek Beach welches mit nach Masi genommen. Nach den Projekt-Workshops hab ich es ihm für seinen Garten (hinter einer Zeile der Klassenräume) am Zaun hingehängt. Am nächsten Tag hab ich ihm erklärt warum. Er wusste nicht, dass es ein super Fertilizer (Dünger) ist, hat mich aber lieb angelächelt, als er mir sagte, dass er es einfach entsorgt habe. Vielleicht sollte ich ihm anbieten, mehr Seaweed (Kelp) für seinen Garten mitzubringen.

Feb 28, 2026

Spencer ist 58 Jahre alt, hat keine Zähne mehr und zeigt mir seine neuen Kartons, mit denen er sich abends ein Bett baut. Er lebt auf der Strasse, seit er einen Arbeitsunfall hatte (vor 4? 5? Jahren), monatelang in Spitälern war und eine Hand nicht mehr arbeitstüchtig ist. Er hatte einen super Job, gut verdient, das Leben ausschweifend genossen – mit zu viel Drogen und zu vielen Frauen. Er hatte ein Haus, war zweimal verheiratet, war viel auf Reisen als Direktor in der Hotel-Branche. Jetzt hat er zu viele Kinder (wie er sagt), auch Enkelkinder, die er noch nie gesehen hat, und kein Geld mehr. Seine Mutter lebt einen Steinwurf von der Beach entfernt, wo er sich von Sonnenaufgang bis kurz vor Untergang mit seinen wenigen Sachen aufhält und in der Ecke des Lifesafer-Clubs einrichtet. Sie will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Oft schläft er da am Strand fast den ganzen Tag – dann habe er keine Depressionen bzw. merke davon nichts und so richte er auch keinen Schaden an. Er bettle nie, das lasse seine Erziehung nicht zu. So gibt es Tage, an denen er vielleicht einen Kaffee hat und ein oder zwei Biskuits, die er darin weich machen kann. Seine Zähne hat er wegen der Drogen alle verloren bzw. sie wurden so schlecht, dass er sie vom Zahnarzt entfernen lassen musste. Er hofft, nächste Woche sein Behindertengeld zu kriegen, R 2000 und ein paar Zerquetschte (ca. chf 120). Er kennt jede Menge Leute hier in Fish Hoek. Natürlich all diejenigen, die jeden Morgen früh schwimmen gehen – die allesamt 80 Jahre plus seien – egal zu welcher Jahreszeit. Und diejenigen mit den Hunden. Und die, die alle Gerüchte über alle kennen (und verbreiten). Und die fitte Frau, welche ihren Mann durch Suizid verloren, mit 70 Jahren immer noch ein Six-pac habe und auf diesen Berg (er zeigt auf den höchsten) wandere. Und einige Reiche, die ihn auch mal zum Essen einladen oder ihn zum Einkaufen mitnehmen. Spencer erzählt mir auf unserem Strandspaziergang, dass er von jemandem gehört habe, dass der seinen Kombi verkaufen wolle. Die Sitze seien bereits entfernt und es sei ganz einfach, eine Matratze reinzulegen. Mach dir keine Sorgen wegen dem Geld, sagt er mir. Er sei ein Reisender. Er wolle einfach wieder reisen. Er will für mich meine Sandalen tragen, weil er beobachtet hat, dass ich diese so „seltsam“ in meinen Händen tragen würde. Auch meinen Strandkorb könne ich ihm geben. Spencer hab ich vor etwa 2 Wochen durch Bruce kennen gelernt. Mit Bruce hatte ich während den Weihnachtstagen eine interessante Diskussion über Kapitalismus am mit Touristen überfluteten Strand, nachdem er mit Taucherbrille und  Schnorchel zum Trocknen auf einer Bank sass und ich ihn fragte, ob der Platz neben ihm noch frei sei. Vor zwei Wochen sass Bruce mit Spencer auf einer Bank, an der ich im Begriff war vorbei zu laufen. Bruce stellte mich Spencer vor. Wo ich schon wieder her sei, fragte mich Bruce, weil er nie weiss, ob aus Schweden oder Holland. Und meinen Namen vergisst er jedes Mal auch gleich wieder. Bruce ist Jahrgang 75, „semi-retired“ wie er sich bezeichnet, d.h. er arbeitet als Sanitär nur noch vormittags und nicht an allen Tagen. Damit er zum Surfen und Schnorcheln gehen kann. Er sei Minimalist, lebe bei seiner Mutter und sei genervt, weil seine Schwester wieder aus England komme. Dann habe er seinen Frieden nicht mehr. Böse Witze über seine Schwester folgen. Bruce redet viel und gerne. Manchmal stellt er mir eine Frage und ich hab noch nicht mal zu einer Antwort angesetzt, da mutmasst und fantasiert er schon darüber, was ich sagen werde bzw. antworten könnte. Wir lachen jedes Mal viel, wenn wir uns begegnen und zu einem Schwatz verweilen. Man muss Zeit haben, wenn man sich auf einen Schwatz mit Bruce einlässt. Spencer hat sich im Gegensatz zu Bruce meinen Namen sofort merken können und grüsste mich jeden folgenden Tag am Strand, sobald er mich erspäht hat. So sind wir ebenfalls ins Gespräch gekommen. Gestern wollte er mich einladen, bei ihm auf dem Karton vor dem Chinese-Shop zu übernachten. Da gibt es ein Glasdach, durch welches man die Sterne sehen könne. Das sei sicher schöner als in meinem Guesthouse mit dem Lärm vom Bahnhof vis à vis. Ich lehne dankend ab, ich sei eine verwöhnte Schweizerin. Ich hebe meine Braue – kritischer Blick. Nein, er stalke mich nicht, das sei nicht seine Art. Aber er laufe da halt jeden Tag durch. Ob ich schon etwas isiXhosa von den Kindern gelernt hätte, fragt er mich auf unserem Spaziergang bis zum Ende der Beach, wo unter der Brücke ein Drogendealer seine Geschäfte mache. Spencer weiss alles und kennt jeden – das sag ich ihm jedes Mal, wenn wir uns begegnen. Die Leute grüssen ihn, uns und er grüsst die Hunde, die er von den täglichen Spaziergängen der Hundeeltern mit ihren Vierbeinern am Strand kennt. Er erklärt mir den Fischfang und wie die Fisch- und Shark-Spotter von da oben – er zeigt auf den Berg hinter uns, wo eine grüne Hütte steht und tatsächlich eine orange (oder rote?) Fahne geschwenkt wird – an die Fischer an der Beach funken und Zeichen geben, wenn ein grosser Schwarm (essbarer) Fische in der Nähe ist. Früher hätten sie täglich tonnenweise rausgefischt und abtransportiert. Diese drei Plastikboxen seien nichts mehr dagegen. Ich bin fasziniert, wie faszinierend Fischfang auf quasi alle hier im Umkreis wirkt. Hier werden Kinder mit Fischen in den Händen fotografiert, da wird ausgehandelt, wieviele und wofür und da wird mit Fachwissen aufeinander ein-diskutiert. Fischfang muss etwas Archaisches sein, denn es scheint überall ein Anziehungspunkt zu sein, egal wo ich war (ok, es waren nicht sooooo viele Orte, aber dennoch…).

Ich erzähle Spencer von Masi, von Ozzy (Auspicious, dessen Eltern offenbar aus Malawi sind, wie viele, die in der Townshop von Masi leben) mit den starken O-Beinen, der mich immer „Mamiii“ nennt (ein wertschätzender Ausdruck gegenüber älteren Frauen – und Grossmüttern – schnief…), wenn er mich sieht, und Little Lion, der so aggressiv ist und so oft seine Baby-Class-Gspöndli stösst, haut und kickt, mich am Hals packt, wenn ich ihn wegziehe oder seine Arme wegschiebe. Die Lehrerin erklärt mir, dass die Männer oftmals ihre Frauen würgen würden, aus Eifersucht, wenn die Frauen zur Arbeit gingen und sich dafür „hübsch“ anziehen würden. Es gäbe viele Femizide, sagt sie mit traurigem Gesichtsausdruck. Ich frage nicht weiter nach, weil ich von V und F aus dem Büro von Masicorp weiss, dass die Lehrerinnen der EduCare in Masiphumelele nicht so gerne über die (gewaltsamen) Ereignisse in ihrer Township sprechen. Aber Teacher T mag mich sehr gerne und scheint mir zu vertrauen. Sie hat mir letzte Woche auch lachend erzählt, dass ihr 16-jähriger Sohn gefragt habe, ob sie mich nun (endlich) gefragt hätte, ob ich ihn (T’s Sohn) adoptieren würde, weil er gerne in die Schweiz kommen würde. Sie meinte trocken, sie hätte ihm gesagt, dass er zu alt und nicht süss genug sei. Wir lachten beide aus vollem Herzen. Ich war gleichzeitig total gerührt, dass sie mir dies erzählt und mir ihre Dankbarkeit ausgedrückt hat, dass ich sie so unterstützte mit der Baby-Class und mit meinen Ideen, dass sie so froh sei, dass ich da sei und was ich mache. Und dann diese schrecklichen Verhältnisse. So nahe und intensiv wie hier sind Freud und Leid noch nie in meinem Alltag spür-, hör- und sichtbar gewesen. Ich bin so dankbar, dass ich mit und von diesen wunderbaren Menschen lernen, mit ihnen lachen und traurig sein darf, dass ich herausgefordert bin, meine Grenzen klar zu ziehen, wenn Spencer flirty wird, wenn Bruce mit seinen unter-der-Gürtel-Linie-Witzen kommt und im nächsten Satz zu verstehen gibt, dass er mich und „meinen Feminismus“ respektiert. Und dass ich von all den Strassen-Weisheiten und den Menschen, die von so heftigen Schicksalen, Armut und Apartheid-Zeiten geprägt sind lernen und mit ihnen immer und immer wieder lachen darf. Ich wünschte mir, dass alle missmutigen Schweizer:innen, die einfach ALLES haben im Vergleich zu diesen und so vielen anderen Menschen hier, dass sie von ihnen das Lachen und den Humor lernen könnten. Trotz und wider allem, was auch immer. Die Deutschen übrigens gleich mit, denn die sind auch hier (Achtung Klischee!) kalt und mit herrschendem Ton unterwegs (eine ach so beschämende Szene hab ich vor einer Woche im Zug erlebt -). Genug für heute. Morgen ist Zügeln angesagt. More to come soon.

Feb 19, 2026

Genug der Dramen und mood swings (Stimmungsschwankungen)! Ich bin kurzerhand letzten Sonntag ins Guesthouse 55 on Main Road gezogen. Kostet mich grad viel mehr als budgetiert, aber es war für mich nicht mehr auszuhalten unter einem Dach mit Nin. Meine Wohn-/Haushaltsachen sind in einem Büro von Masicorp eingestellt. Koffer, Reisetasche und sämtliches Material, das ich für das Projekt Dance in the Sea of Colours brauche, hab ich mit Hilfe eines Guesthouse-Angestellten alle Treppen in den zweiten Stock plus eine Wendeltreppe in den Adlerhorst des Hotels hochgetragen. Jetzt ist mir auch klar, warum ich eine Einverständniserklärung unterzeichnen musste, dass ich selber schuld bin, wenn ich stürze, bzw. das Guesthouse nicht für Unfälle haftbar machen kann. Jeden Morgen schlepp ich meine Tasche mit immer mehr zerbrochenen Malkreiden, laminierten Vorlagen, Federn, Kleber, Bücher, Wonderboom etc. diese enge und schmale Treppe runter. In der Gemeinschaftsküche sind Leute von der Marine, die in Simons Town stationiert ist. Am Morgen sind sie geputzt und gestriegelt in ihren Uniformen und am Abend hocken sie auf der Coach in Shorts und Leggins und haben laute Musik aus ihren Zimmern und Cola Whiskey in der Hand. Eine lustige Atmosphäre. Ich freue mich aber sehr, am 1. März in die Wohnung über der Beach zu ziehen. Es geht grad Schlag auf Schlag: Gestern 2 Stunden mit Automat – Charlene von der iDriving School war eine Stunde zu spät, weil es so viel Verkehr aus dem Stadtzentrum in den Süden gab. Eine Powerfrau, die jetzt eine Mechaniker:innen-Ausbildung macht für LKWs, weil sie nach all den Jahren keine Lust mehr hat, 12 Stunden pro Tag im Verkehr zu stehen, durch zu schleichen und von ungeduldigen SUV-Fahrer:innen gefährlich überholt zu werden, weil sie in einem Lernfahr-Auto unterwegs ist mit ihren Kund:innen. Besonders in Stellenbosch, wo offenbar viele Rassisten auf den Strassen unterwegs sind, muss sie sich sogar das inzwischen strafbare N-Wort anhören… Nach den zwei Stunden mit mir meint sie: go girl, get your car and go driving! Yes! Am Sonntag kann ich endlich mein kleines Auto abholen. Dann werd ich über diese Halbinsel kurven und viel Neuland entdecken, meine einzige Freundin in Pearly Beach besuchen, in Hermanos ein Wochenende lang Wale beobachten und in Stellenbosch Wein degustieren (- und die Rassisten weg-hupen, wenn es sein muss).

Am Montag erklärt mir Sam alles mit Strom, Wasser, Alarmanlage etc. in meiner künftigen Bleibe. Dann kann ich auch schon die Sachen, die jetzt im Masicorp-Büro eingestellt sind, zügeln und in der Wohnung verstauen. 

Im Galley, dem Restaurant mit schlechtem Essen an der Fish Hoek Beach, hab ich Elizabeth aus Kanada kennen gelernt. Sie und ihr Mann kommen seit Jahren (ausser während Covid) nach Cape Town, da Elizabeth im portugiesisch sprechenden Angola aufgewachsen ist und nach Cape Town ins Internat geschickt wurde, weil ihre Eltern wollten, dass sie gut Englisch sprechen könne. Sie skizzierte am Nebentisch und so kamen wir ins Gespräch. Sie unterrichte bzw. supervisioniere in einer Töpferei in Masi(phumelele) und kenne den Trainer, der Masicorp Sports Plus gegründet habe bzw. vom Gründervater übernommen habe. Er ist einer der bekanntesten ehemaligen Rugby Player. Ich organisiere, dass Elizabeth eine kleine Tour durch den Campus von Masicorp erhält, was ihr total gefällt. Sie ist begeistert von all den Programmen – Näh- und Computerkursen, Rad-Club für die Kinder aus der Township, dem Fahrrad-Reperatur Shop und der Ubuntu Football School, wo talentierte Kinder aus der Region speziell gefördert, trainiert und unterrichtet werden. Mittlerweile auch Mädchen. Hier der Violine Club und da der Chor-Proben-Raum – alles für die Kinder aus der Township. Wir hören von einem ehemaligen Rugby Spieler, wie er als Model gearbeitet habe, als er nicht mehr gut genug für einen weiteren Sportkarriere-Schritt war, und dadurch seine Liebe für Mode gefunden habe. So liess er sich als Näher (Schneider) ausbilden und leitet inzwischen das Sewing Café. Er ist stolz und strahlt über sein ganzes Gesicht. Elizabeth und ich sind gerührt von diesem jungen Mann, der sich mit Unterstützung von Masicorp ausbilden und hocharbeiten konnte. Diese Geschichten können nicht genug werden und machen die Arbeit für Masicorp so sinnvoll. 

Am Freitag, also morgen, werde ich mit Elizabeth und ihrem Mann in Observatory (anschliessend ans Zentrum von Cape Town City) eine Tanz Show anschauen und am Samstag besuche ich die Investec Cape Town Art Fair. More to come soon!

PS. Das Team von Masicorp ist sehr strikte mit Fotografieren und Filmen. Deswegen habe ich bislang kein Bildmaterial, das ich euch zeigen kann. Aber gerne zeige ich euch ein paar Bilder, die die Kinder gemalt haben. 

5.2.26 Zweiter stomach bug seit ich hier bin. Dieser schlimmer als der erste… – ab 1h morgens nur noch auf dem Klo bis zum Zeitpunkt, als ich nicht mehr aufstehen konnte, die Krämpfe unerträglich wurden und ich kein Tropfen Wasser behalten konnte. Zwischen 5 und 6 am hab ich in den 5th-Avenue-Chat geschrieben, dass ich Hilfe brauche, weil Nin ihr Mobile phone ausgeschaltet und mein Klopfen und rufen nicht gehört hatte. Der nette Nachbar aus Haus Nr 9 rief CRM, weil ich ihm die Türe und das Gate nicht aufmachen konnte. Sonst hätte er mich ins Krankenhaus gefahren. Dank ihm kam die Notärztin ziemlich bald, gab mir eine Spritze und meinte, ich solle ins Spital fahren, wenn innerhalb von zwei Stunden die Situation nicht besser werde, d.h. ich immer noch erbrechen müsse und Durchfall hätte. Zum Glück konnte ich nach der Spritze endlich etwas schlafen und jetzt fühle ich mich schon viel besser. Die Magenkrämpfe zeigen (eher muskulär) ihr schmerzhaftes Nachspiel. Aber ich kann doch schon wieder einen Eintrag tippen. Anstatt mit den Kindern in Masicorp eine Turtle-Stafette zu machen. Ich bin so ausgetrocknet, dass ich nun konstant trinken muss – und kann, endlich! Ich habe von Seen aus Coca Cola halluziniert, von Meeren aus Mineralwassern mit Zitronenschnitzen… Jetzt trink ich Tee und ein auflösbares Electrolyt-Pulver in stillem Wasser. Diese Magen-Darm-Geschichte gehe rum wie ein Lauffeuer und sei heftig, meinte die nette Retterin in meiner Not. Natürlich bringen (kleine) Kinder alles mögliche in die EduCare mit. Am meisten putze ich Rotze aus laufenden Nasen. Und da ist dieser kleine Schnuckel, der immer  laut und herzerweichend zu heulen beginnt, wenn die Lehrerin (teacha) den Raum (class room) verlässt, um einem der Kinder aus der Baby Class die Windel zu wechseln. Wie ein Mantra wiederhole ich: teacha is coming back in a moment. Und der Kleine wiederholt dies unter schluchzen und wischt sich mit gefühlt 50 Kleenex-Tüchern die Tränen aus dem Gesicht. Und ich ihm die Schnuddernase. Andererseits ist da der Junge, der neu seit Dienstag in der Baby Class ist und null Scheue oder Fremden zeigt: schnurstracks zu den Spielsachen – und auf mich zu mit einem breiten Lachen über sein rundes Gesicht. Gestern wollte er bei jeder Gelegenheit auf mein Bein sitzen (am Boden), zack, den Daumen im Mund und die andere Hand an meiner Ohrmuschel oder in meinem Ausschnitt auf der Suche nach dem, was er von Mama kennt (und bei mir nicht findet). Interessant, dass der jüngste meiner Neffen auch die Ohrmuschel oder die Nase ergriffen hat, wenn er müde war und mit dem Einschlafen kämpfte oder sich diesem mit Nuggi im Mund ergab. Ich muss dem nachgehen und herausfinden, was es ist, das die Kleinkinder daran beruhigend finden. Auf alle Fälle ist der Kleine während der Story Time beinah in meinem Schoss eingeschlafen. 

Wenn ich am Morgen etwas zu früh im Campus ankomme, von wo aus mich entweder V oder F zur EduCare fahren, solange ich noch kein Auto habe, sitze ich gerne ins Sewing Café. Da arbeiten Männer und Frauen bereits fleissig an den Maschinen und rattern nach Muster und Vorgaben mindesten 30 Stück aus verschiedensten Stoffen, nachdem der Prototyp vom Kunden oder der Kundin abgesegnet wurde. Gerade ist ein Auftrag eingegangen, über 400 Pyjamas zu produzieren. Eine Praktikantin fertig hunderte von Tabak-Taschen für einen Klienten an. Einer der Männer arbeitet an einem Kissen-Prototyp. Der andere stellt Compi-Taschen für Masicorp her, die neben der Rezeption im Büro verkaufen werden. Ich liebe diese Stimmung zwischen Patterns (Muster) aus Packpapier, die wie extravagante Einzelstücke an Bügel hängen, den farbigen Fadenspulen schön aufgereiht im Regal, und dem Radio, der im Hintergrund läuft. 

Hoffentlich morgen wieder Dance in the Sea of Colors mit 2 x 1 0 Grade R-students und danach Unterstützung in der Baby Class bevor ich am Wochenende weiter vorbereiten und am Sonntag im Cape Point National Park mit einer Gruppe der Küste entlang wandern werde. Ich freue mich total auf diesen Ausflug, der ebenfalls von einem Nachbar in der 5th Avenue geleitet wird.

Hier ein schöner neuer Film über Masicorp und die wunderbare Arbeit der Lehrerinnen, Köchinnen und überhaupt dem ganzen Staff.

What Do You Do With The Mad That You Feel?

What do you do with the mad that you feel
When you feel so mad you could bite?
When the whole wide world seems oh, so wrong…
And nothing you do seems very right?

What do you do? Do you punch a bag?
Do you pound some clay or some dough?
Do you round up friends for a game of tag?
Or see how fast you go?

It’s great to be able to stop
When you’ve planned a thing that’s wrong,
And be able to do something else instead
And think this song:

I can stop when I want to
Can stop when I wish.
I can stop, stop, stop any time.
And what a good feeling to feel like this
And know that the feeling is really mine.

Fred Rogers poem that he read to Congress

February 1, 2026

Meine erste Woche im EduCare in Masi(phumelele) war aufregend, herzerwärmend, lustig und auch immer wieder sehr laut. Jeden Tag war ich in einer anderen „Klasse“. Grade R ist mit unserem (Schweizer) 2. Kindergartenjahr zu vergleichen (5-6jährige), Pre-R ist wie 1. Kiga-Jahr (4-5 J), die 3-4jährigen sind in Cheetahs und Leopards eingeteilt, die 2-3jährigen gehören wie die Gruppe der 18-Monate jungen bis 2jährigen Kindern zu den Baby Classes. Morgen, Montag, beginne ich nun also mit dem Projekt Dance in the Sea of Colours mit einer oder zwei der Grade R-Klassen. Jeweils max. 10 der Kinder einer Klasse werden mit mir eine halbe Stunde pro Morgen nacheinander im Extra-Raum durch die Wassertiere tanzen, sich Nester bauen, malen und die entsprechenden English-Terms lernen. Ich bin aufgeregt und freue mich sehr darauf. Auf der Tour durch all die Programme am 21. Januar wurde uns drei Volunteers auch die Primary School gezeigt, da die beiden anderen Volunteers nur kurzzeitig hier sind und in der Primary School am meisten Unterstützung geben können. Ich war absolut fasziniert als eine der Lehrerinnen uns das Math- und Science Lab gezeigt und mit glänzenden Augen geschwärmt hat, wie in beiden Labs Klassen von Masicorp bis zu landesweiten Wettbewerben gewonnen haben. Die Lehrerin wurde nun zu einem der Jury-Mitglieder eines der regionalen Science-Wettbewerbs eingestellt, weil sie fantastische Arbeit mit den Kindern geleistet hat. Und das, kurz bevor das Science-Lab fast eingestellt werden musste weil es bis anhin zu wenig genutzt wurde. Stolz zeigt sie uns die Pokale. Wow, was für eine engagierte Frau in einem Feld, das ich in meiner Schulzeit männerdominiert und absolut freudlos erlebt habe. Ich bin begeistert zu hören, dass die Kinder für die Afternoon Schools Schlange stehen – sowohl beim Maths- wie auch beim Science-Lab. Einmal mehr zeigt sich, dass die eigene Begeisterung bei anderen Menschen so viel bewirken kann. Könnt ihr euch vorstellen, dass in der Schweiz bei einem Mathe-Labor in der Schule Kinder Schlange stehen? Oder bei den Wissenschaften? Hab ich nie gesehen, nie erlebt. Ich bin absolut fasziniert. Gänsehaut.

Gestern, Samstagnachmittag, hab ich bei einem Sip & Draw/Paint Workshop teilgenommen. Rizwana, die den Workshop in einem Café in Fish Hoek durchführen konnte, ist Südafrikanerin aus dem East Cape, Jozi (Kosename für Johannesburg). Sie ist seit einem Monat hier auf der South Peninsula und brauchte einfach mal etwas Neues – und das Meer! Wir, d.h. eine weitere Teilnehmerin und ich, haben mit Wassermalfarben ein Vision Board gestaltet. Ich war etwas erstaunt, als Rizwana immer wieder den Pinsel aus meiner Hand genommen und mir auf meinem Bild gezeigt hat, was ich und wie ich richtigerweise mit der Farbe und dem Wasser umzugehen habe. Das war nicht so ganz das, was ich mir unter einem kreativen Nachmittag vorgestellt hatte, aber eine durchaus interessante Erfahrung. In ihren verschiedenen Studien an diversen Universitäten hätte sie auch expressive arts gelernt, sagte sie. Sie hat einen Doktortitel in Education und möchte vermehrt Kurse geben für Kinder und Erwachsene mit Wassermalfarben. Auf Facebook hat sie mich angeschrieben, dass auch sie Freunde suche und neu in der Umgebung sei. Im Rückblick denke ich eher, dass sie auf Kunden-Akquise war und ist. Ich glaube auch nicht, dass eine Freundschaft zwischen uns entstehen wird. Aber ja, es war wieder eine Erfahrung mehr, wie das Verständnis von kreativem Tun ganz unterschiedlich aufgefasst und umgesetzt werden kann. Auf jeden Fall steht auf meinem Vision Board, dass ich auch in Südafrika Freund:innen finden möchte. Nach drei Monaten ist mein Fazit diesbezüglich: Man kommt schnell und unkompliziert mit Menschen ins Gespräch, beim Seetang schneiden und Teig kneten bei Veld & Sea letztes (oder vorletztes?) Wochenende (Seaweed cooking), wie auch am Strand und vor/nach dem Yoga. Aber mehr und darüber hinaus scheint in dieser Ecke des Landes nicht so einfach zu sein. Es wäre einfacher mehr im Norden und Landesinneren, meinen die meisten, mit denen das Thema angesprochen wird (v.a. mit Freundinnen von Nin). Die vis-à-vis Nachbarsfamilie findet es auch nach ein paar Jahren schwierig, verbindliche Freundschaften aufzubauen und andere Familien mit Kindern kennen zu lernen.  Die West Coast sei nicht der Beste Ort, um Freunde zu finden. Dafür müsste ich einer der unzähligen Kirchen beitreten. Das sei der Ort, wo man am ehesten Freunde machen könne, meinte Jess, die Nachbarin. Auch für sie sei es immer noch schwierig, dass es über ein nettes einmal sich treffen hinaus gehe. Sie und ihr Mann sind aus Stellenbosch zugezogen. Mit ihr und ihren beiden Kindern bin ich letzte Woche zur Farm beim Hospital gefahren – ein biologischer Garten, wo man frisches Gemüse und Früchte kaufen und den besten Kaffee in Fish Hoek trinken kann – und danach hat sie mir noch die Kommetjie Beach gezeigt, wo das atlantische Wasser etwa 6 Grad kühler ist, als das in der False Bay (Fish Hoek und Muizenberg Beaches). Das war echt verblüffend. 

Morgen werde ich wieder einen neuen Untermiet-Vertrag ausarbeiten. Zwischen Nin und mir lief es nicht sehr gut in den letzten zwei/drei Wochen. Wir haben ziemlich unterschiedliche Vorstellungen von WG-Leben. Die Südafrikaner seien wohl auch nicht so das WG-tauglichste Volk, meinte Jess und ihr Mann Guy. Sie bräuchten ihren Platz und würden den nicht gerne teilen. Ich kann mir das im Allgemeinen gut vorstellen und hätte mir halt im Speziellen gewünscht, dass ich eine Ausnahme dieser (vielleicht) Regel treffen würde. Nun, auch wieder eine Erfahrung mehr. Und dadurch schätze ich einmal mehr meine letzten WG-Jahre in der Schweiz, die für mich sehr stimmig und Glücksfälle waren. Es muss am Namen liegen – Judith Winti und Judith Zürisee –  LOL. Wenn also alles klappt, ziehe ich Ende Feb / anfangs März etwas „höher“ in eine Wohnung mit fantastischem Blick auf die Fish Hoek Beach. Ein absoluter Traum von einer Aussicht vom Balkon und aus dem Wohnzimmer auf das Meer und die Berge und… Bild folgt, wenn der Vertrag steht. Und ab dem 22. Februar sollte ich endlich mit einem kleinen automatisch geschalteten Auto durchs Land brausen können. Keep your fingers crossed! Stay safe and sound.

Jan 10, 2026

Vier Fahrstunden mit Rushdie liegen bereits hinter mir. Kupplung (clutch)! Das ist vermutlich das Häufigste, was er mir sagt. Stopp am Hang ist ein Albtraum für mich. Mit Handbremse und Kupplung und Gas und Bremse und in den wahnsinnigen Verkehr einfädeln… nicht von Taxis (Kleinbusse) abgeschossen oder von ungeduldigen Autofahrer:innen beim Stopp und an unübersichtlichen Stellen überholt werden… Automat wäre einfacher gewesen. Ich werde jedes Mal zur fluchenden Italienerin, wenn ich einen Arschkleber oder einen nicht den Blinker benutzenden Taxi-Driver vor mir habe, der mir ständig vor die Schnauze fährt, nach jedem seiner Stopps. Mehr Geduld wünschte ich mir auf diesen Strassen, eieiei! 

Es gibt aber auch immer viel zu Lachen mit Rushdie, besonders beim Einparken-Üben auf dem dafür speziell eingerichteten Parkfeld. Da herrscht jeweils reger Betrieb von Menschen in Lernautos mit mehr oder weniger Blech-Dellen. Die Fahrlehrer (bislang hab ich nur männliche gesehen) winken sich gegenseitig irgendwelche Gesten zu, so dass die Reihenfolge der Übenden geklärt ist: Wer übt erst von rechts seitwärts, oder von links rückwärts Einparken etc. Wann welcher Pfosten in welchem Fenster oder Rückspiegel erscheinen soll bzw. was ich dann zu tun habe, löst mir noch immer Sturm im Kopf aus. Aber ich habe ja noch eine Fahrstunde nächste Woche. Dann ist die Frage, ob ich noch zwei Stunden in einem Automaten machen soll, denn für meine Nerven und mein Portemonnaie (Rushdie hat mir den Preis für eine neue Kupplung präzise vorgerechnet…) ist es besser, wenn ich einen Automaten miete (vermutlich bei Cheapie), und zwar so rasch als möglich, um in der Praxis zu bleiben. Hey, aber für die, die jetzt denken… : Ich habe mit genau 18 Jahren gelernt Auto zu fahren, bin beim ersten Mal durch die Prüfung gekommen, aber halt seit über 20 Jahren nicht mehr gefahren. Damals, zum letzten Mal, in Australien. Mein damaliger Partner meinte, er müsse mir nach 20 Minuten Fahrt in einem mir völlig unbekannten Auto im Linksverkehr (damals schon…) vorschreiben, wie ich zu fahren habe. Ja, Klischee total erfüllt. Nach 30 Minuten hab ich dann also am Strassenrand angehalten und das wars mit meiner Autofahrt-Karriere. Und trotzdem hab ich einen Internationalen Ausweis erhalten. Crazy, meint auch Rushdie.

Die Festtage und der Jahreswechsel waren unspektakulär für mich. Zum Glück ist es seit zwei Jahren verboten, Feuerwerk abzulassen. Nicht nur wegen der Brand- und häufigen Unfallgefahr. Hier ist man sich auch viel bewusster (als in der Schweiz) wie schlimm diese für Tiere sind. 

Dafür gab es am Neujahrstag ein Festessen mit frischen Muscheln und viel bubbles (alles von Schaumwein bis Champagner). Ich habe gelernt, wie die Muscheln erst geputzt, die schlechten aussortiert werden, und wie die Sosse zubereitet wird. Die besten Muscheln ever! Dabei kamen mir Erinnerungen hoch, wie mein Bruder als Kind als einziger in der Familie „diese komischen Nüsse“ (Moules) essen wollte, wenn wir in Italien oder Frankreich in den Ferien waren. Und wie ich für seine beiden ältesten Kinder, als sie ebenso so klein bzw. jung waren, wie er damals, in Venedig eine zweite Portion bestellen musste, weil sie offensichtlich das Muschel-Gen ihres Vaters geerbt haben. 

Ich bin auf alle Fälle froh, dass alles wieder im „normalen“ Alltagsablauf weitergeht: Yoga am Montag, Dienstag und Donnerstag Self Defense with Knife und möglichst jeden Tag mit dem Velo ans Meer für einen kurzen Schwumm. Letzte Woche habe ich mir die Hand in einem Sparing im Training geprellt. Geschwollen, blau, schwarz, violett – aber schon jetzt, nach vier Tagen ist fast alles wieder verheilt. Was für ein Wunderwerk doch unser Körper ist. Apropos, ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem Nervensystem bzw. dem Vagus Nerv und wie dieser trainiert, damit Stress, Trauma und Schmerz geheilt werden kann. Lesetipp (English): The Nervous System Reset von Jessica Maguire. Wie immer, wenn ich mich mit etwas intensiv beschäftige, werde ich nahezu obsessiv. Da anfangs Februar ein neuer 12-wöchiger online-Kurs beginnt, wollte ich mich natürlich gleich dafür anmelden – zuerst muss ich aber einen Mäzen finden LOL Auch, damit ich mit der einen Freundin von Nin, J, die mit ihrem Mann und zwei Stiefsöhnen in Hout Bay direkt am Meer lebt, Fotografin ist und über mehrere Jahre auf Safari und in Naturparks auf Pirsch war, durch Namibia reisen kann. Sie schwärmt von Namibias Natur, die meist auch noch oft unberührt sei, und der Tierwelt so sehr, dass es ein ABSOLUTES Highlight sei, und ich das unbedingt erleben müsse. Sie erzählt, wie plötzlich auf einer Spezialmission neben ihr Löwen aufgetaucht sind, und von anderen aufregenden Momenten mit Elefanten, die sie erlebt hat. Wer also Lust auf einen richtig naturnahen und abenteuerreichen Tripp durch Namibia hat, soll sich bitte bei mir melden. Dann werde ich schauen, ob ich mit ihr etwas arrangieren kann, das für eine Kleingruppe bezahlbar ist. 

Nächste Woche wird sich Fiona, die Programmverantwortliche der drei Education Centers von Masicorp bei mir melden. Dann geht’s los in Masi! Ich freue mich so sehr auf das Kennenlernen der Lehrpersonen, der Kinder natürlich (!) und auf die Tour, die ich mit zwei anderen Volunteers anfangs haben werde, damit wir einen Überblick von all den Schuleinheiten, Horten und Programmen erhalten werden. Stay safe and stay tuned!

If you are interested in supporting my work for MASICORP, you can donate for the project DANCE IN THE SEA OF COLOURS. Thank you so much for your support!

Fürs 2026 wünsche ich uns allen
Frieden, Frieden, und nochmals Frieden
Nie genug Frieden
F r i e d e n –
Und Freiheit –
Freiheit für alle Menschen

Frische Luft – jeden Tag
Fröhliches Zusammensein mit Freund:innen
V*erspielte Kinder um uns und in uns drin (*FFFFF)
Freundlicher Umgang miteinander im Alltag
Frohes Feiern – immer dann, wenn sie passieren (oder vom Himmel fallen)

Fische in sauberem und plastikfreiem Wasser im Sommer
Frösche in von Seerosen übersäten Teichen im Frühling
Feigenbäume mit fetten Früchten im Herbst
Feldblumenwiesen – das ganze Jahr über
im Winter unter einer dicken (Schweizer) Schneedecke schlafend

Frieden. Frieden für alle.
Freiheit für alle Menschen.
Fühlen mit dem Herzen,
damit wir mehr Verbundenheit finden.
Frieden, Freiheit, Verbundenheit.

FF (so viel und lange wie du möchtest)

Fish Hoek Dec 14, 2025

Gestern, Samstagmorgen, gab es ein Nachbarschafts-Zmorgen in der 5th Avenue. Es gibt eine Chat-Gruppe auf WhatsApp, in der ich nun auch dabei bin, in der die Einladung platziert wurde. Vis à vis von Nin’s Haus wohnt eine junge Familie, Guy und Jess mit den Kindern Jude und Olive. Als sie in das Haus gegenüber eingezogen sind, waren sie es, die die ganze Strassen-Nachbarschaft zum Braai eingeladen und die Chat-Gruppe initiiert haben. Durch sie lernten sich die Menschen, die teilweise schon drei Jahrzehnte  in der 5th Avenue leben, persönlich kennen. Nin ist manchmal etwas verpeilt, weswegen wir zu spät da waren. Leider waren schon einige der Nachbarn wieder weg, bis ich mit Teekrug und Kaffeetasse hinter Nin eingetrudelt bin. Leider, denn es war so nett, dass sich so viele (etwa 20 Leute) aus der Strasse zusammen gefunden haben, um bei einem Weihnachtsfrühstück miteinander Rolls mit Speck und Ei zu essen und zu plaudern, bevor die meisten in alle Richtungen fahren, ihre Familien u/o Freunde besuchen und Weihnachten verbringen. Oder Ferien anderswo machen. Ich habe mich mit Pfarrer Andrew unterhalten, der seit sieben Jahren in der Catholic Church gleich nebenan amtet. Er hat mir erzählt, dass sie mit Spenden für die Kinder bzw. Schulen von Masicorp Schreibmaterialien kaufen und jedes Jahr zum Schulbeginn diese vorbeibringen. Er hat veranlasst oder sich dafür eingesetzt, dass ein Waisenhaus, das in Masi völlig überfüllt war, nun ein paar Strassen weiter von der Kirche in ein grösseres Haus ziehen konnte, wo traumatisierte Kinder nun ausserhalb der Township wohnen können. Die Kinder sind zwischen Baby-Alter und 18 Jahre alt. Mit 21 Jahren müssen sie ein neues Zuhause finden, weil sie dann als erwachsen gelten und nicht mehr im Kinderheim leben dürfen. So sind die Regulierungen, bedauert er. Die Betreuer:innen helfen diesen Kindern selbstverständlich, um Anschlusslösungen zu finden. Er erzählt mir auch von der Frau, die jeden Tag im Sewing Café in Masicorp mit-betreut, obschon sie bereits über 70 Jahre alt sei. Sie würde zwar von Nähen nicht viel verstehen, aber ihr sei dieses Projekt und die Lernenden so ans Herz gewachsen, dass sie weiterhin unterstützt, wo Hilfe benötigt wird. Und sei es auch nur, zwischendurch eine Tasse Tee mit den Lernenden zu trinken. Father Andrew ist stolz auf seine Gemeinde und was sie für die Menschen in der Township tut. Am Nachmittag würden sie den Kindern im Waisenhaus Weihnachtsgeschenke vorbei bringen. Das sei immer einer der schönsten Momente,  wenn sie den Kinder Geschenke brächten und sie ihnen damit eine Freude bereiten könnten. Die Kinder hätten wirklich schon so viel Schreckliches in ihren jungen Jahren erlebt, Eltern verloren, die bei Schiessereien getötet wurden usw. Father Andrew verabschiedet sich dann auch und lässt uns in Ruhe aufräumen, nachdem alle gegangen sind. Für Oliv’s kleine Kinderfüsse ist die Strasse inzwischen zu heiss geworden. Ich nehme sie auf den Arm. Sogleich fährt eine Gruppe mit lauten Motorrädern vorbei und winkt der Kleinen zu, die ein Wort unablässig wiederholt, das ich nicht verstehe. Guy erklärt mir, dass sie die Motorräder so nenne. Vermutlich sei dieses Wort aus einem Kinderprogramm. Wir spielen noch etwas mit dem Wasserschlauch im Garten der Familie und verabschieden uns dann bis zum nächsten Wiedersehen. Vielleicht on the Beach.

Fish Hoek, Dec 10, 2025

Was für ein Tag! Ein Quick Hello mit Milli von Masicorp um 9.30h. Mit Uber bin ich von zuhause in gut 10-15 Minuten im Campus, wo ich mich beim Gate Keeper/Guard anmelden musste. Es war kaum zu glauben, dass es nach so langer Zeit nun tatsächlich real wurde und wir uns in persona endlich begrüssen konnten, Milli und ich. Ich war total bewegt und noch viel mehr, als sie mir in ihrem Büro auf einer Übersichtskarte zeigte, was Masicorp wo macht bzw. wo die Kinder unterrichtet und betreut werden, wo ihre Bibliothek ist, in der auch extra Computerkurse und Reading Afternoons statt finden. Gerade haben die Graduations von Computerabgängern sowie von erfolgreichen Student:innen des Sewing Cafés statt gefunden, in dem junge Menschen lernen zu nähen und damit bessere Chancen haben, einen Job zu finden. Eine der Absolventinnen unterrichtet nun selber Nähkurse, wiederum andere finden Jobs in der Nähindustrie, wo sie traditionelle Kleidung, Schürzen und Arbeitskleider herstellen. Die Zusammenarbeit mit der Industrie soll weiter intensiviert werden. Diese Jobs helfen den jungen Menschen, schrittweise aus der Armut zu kommen und sich ein eigenes Leben aufbauen zu können. Es verhindert, dass sie in Drogen fliehen oder in Gangs versuchen „Heimat“ zu finden – wie leider so viele, die aus der High School fallen, aussteigen oder sich unmotiviert durchmogeln, weil ihnen Perspektiven fehlen. Das ist ein grosses Problem unter den 13- bis 18-jährigen: Perspektivenlosigkeit. Um hier entgegen zu wirken, plant Masicorp für nächstes Jahr ein neues Gebäude mit Schulzimmern für genau diese Jugendlichen. Hier sollen sie sich Perspektiven erarbeiten können. Seit über 20 Jahren ist Milli bei Masicorp engagiert. Zu Beginn als Volunteer, sie war Lehrerin an der Primary School in Fish Hoek. Pro bono nahm sie immer wieder Kinder aus Masi (Township Masiphumulele) in ihre regulären Klassen auf. Dann arbeitete sie vermehrt als Freiwillige für Masicorp, baute mit einer heute pensionierten und passionierten Frau die Bibliothek in Masi auf, bevor sie 2017 von ihrem Vorgänger die Direktion von Masicorp übernahm. Seither und schon davor wächst das Angebot, die Anzahl der Schulgebäude und der Kinder und Jugendlichen, die teilnehmen und einen Platz bei Masicorp haben wollen. Anfängliche Skepsis von allen Seiten, dass ausserhalb von Masi – der Campus mit dem ersten Education Center von heute dreien ist am Rande der Township gelegen – niemand hinkommen würde. Masicorp wurden von Eltern und Interessierten überrannt. Das liegt schon einige Jahre zurück. Heute ist ein ganzes Team von Fundraiserinnen und Finanzexperten sowohl im operativen wie auch im strategischen Gremium (Vorstand) tätig und stellt sicher, dass Masicorp nicht nur ihre 29 laufenden Projekte, den Neubau und das neue Angebot für Jugendliche, sondern auch ab und zu andere Organisationen, die sich in Masi engagieren und auf dem gleichen Campus ihre Büros und Gebäude haben, mit Schulmaterial oder Coaching unterstützen kann. Ich treffe eine junge Volunteer, die gerade von einem Hort zurück gekehrt ist, und zwar einem Hort, der eigentlich nicht zu Masicorp gehört. Doch die junge Frau macht da gleichzeitig eine Studie, die sie in ihrem Studium in Sozialwissenschaft einfliessen lässt. Milli erzählt mir die berührende Geschichte dieser jungen Frau, die über ein Jahr lang gespart hat, um sich überhaupt an der Universität bewerben zu können. Als sie aufgrund ihrer super Noten einen Studienplatz mit Zimmer auf dem Campus zugesprochen erhielt, war sie völlig überfordert. Milli nahm sie unter ihre Fittiche: Sie solle dieses Angebot unbedingt annehmen, Masicorp/Milli würde zusehen, dass es (finanziell) klappt und sie ihr Studium machen kann. Die junge Frau muss sich nun auf Prüfungen vorbereiten. Keine Ferien. 

Bei Masicorp werden übrigens alle Projekte überwacht, im Sinne von Daten-Erhebungen, Erfassen von Entwicklungen und Erfahrungen und Generierung von Materialien, um nicht nur die Geldgeber mit Fakten auf dem Laufenden zu halten und die Erfolge festzuhalten, sondern auch um die weitere Entwicklung genau planen zu können, da sie ständig wachsen und damit auch die Anforderungen und Investitionen. 

Ich bin tief beeindruckt von der Arbeit und dem Engagement von Milli und ihrem Team. Und tief berührt, als ich die Kinder auf dem Spielplatz höre, wie sie Weihnachtslieder singen und dazu Räder schlagen. Ein kleiner Junge winkt mich durch die Gitterstäbe hinein. I have to go! Aber ich werde euch bald wiedersehen. Wir winken uns zu und in mir bleiben die Gesichter dieser lachenden und fröhlichen Kinder zurück, als ich mit dem Uber wieder nach Hause fahre.

Fish Hoek, Dec 6, 2025

Black Friday in SA bedeutet, dass einige Netze zusammenbrechen, weil jede Menge kaufwütiger Menschen von Freitag bis Sonntag online shoppen, als wär die Welt am Montag ausverkauft…

Das war DIE Herausforderung an meinem Zügeltag am letzten Novembertag. Der zwei Tage zuvor bestellte Uber-Bakkie mit Driver wurde über eine halbe Stunde lang zum eigentlichen Zeitpunkt der „Lieferung“ über die App gesucht. Alle fünf Minuten hiess es „zu wenig Netz … bitte prüfen Sie blablabla…“ und dann war meine Bestellung weg. Vermutlich waren Black Friday Bestellungen wichtiger… Nach einem halben Nervenzusammenbruch, weil dieses Mal-wieder-Netz-dann-nicht-mehr für meine AirBnB-Vermieter:innen gewirkt hat, als hätte ich über eine Woche lange keine meiner ADHS-Medikamente geschluckt. Hin und her, auf die Strasse, vors Haus, das halbe Gepäck schon auf der Strasse bereit, der Rest noch vor der Haustür… und dann wird mir ein 8-plätzer-Van auf der Uber-App bestätigt. Ok, dann halt so. Zum Glück ein tiefenentspannter Südafrikaner, der nicht so ganz glauben konnte, dass in seinem wunderschönen Van nicht eine Kleingruppe für einen Ausflug, sondern mein DARK Angel, Koffer, Reisetasche und viele „fragile“ Tüten transportiert werden sollten.

Knapp zwei Stunden nach Ankunft im neuen Zuhause hab ich quasi schon alles im Zimmer und in der Küche (so gut es der Platz zuliess) eingeräumt und eingerichtet. Was für eine Freude! Dieses grosse lichtdurchflutete Zimmer! Noch ein Schnäppchen aus dem Charity Shop hier und da und es fühlt sich an wie meins.

Dienstag nach dem sonntäglichen Umzug dann meine vierte Fahrt in die Shopping Mall in Tokai, in der sich eben diese FNB Bank Branch befindet. Laut Chat GPT sollte diese die beste Bank für mich als wenig Service nutzende non-resident Privatperson sein. Vor der Autofahrt hab ich sämtliche verfügbaren Götter und Göttinnen zusammen gebeten, mich zu unterstützen, damit es endlich nach zwei absolut sinnfreien Terminen und einem knapp zwei Stunden langen Prozedere end-end-end-endlich mit der Konto-Eröffnung klappen, ich die Karte und alle Zugänge kriegen und die korrekten Details, damit ich Geld aus der Schweiz auf dieses so mühsam erkämpfte Konto überweisen können würde. Auf der sogenannten Eröffnungsbestätigung –  9 Seiten in tonerschwachen 3-Punkte Schrift – die ich elektronisch unterschreiben musste und vorher nicht durchlesen konnte, sah ich dann später, dass mein sogenannter Bankberater wohl eine Leserechtschreibestörung haben muss, denn sowohl die Schweizer Wohnadresse wie auch mein Geburtsdatum waren mit verdrehten Buchstaben und Zahlen kaum dechiffrierbar. Seither hab ich noch mehr Flecken in meinen Blickfeldern. Kann auch Zufall sein. Etwa so sehr wie, dass mein Code durch Mister S. zum Funktionieren gebracht wurde, nachdem ich gefühlte 87 mal den gewünschten Code sowohl am Kundencomputer, am Lesegerät auf seinem Pult, auf der Tastatur seines PCs und am Bankomat vor der Filiale eingegeben hatte. Ich dachte, ich müsste den Zugang für Elon’s privaten Tresor erschliessen…

Ende gut alles gut? Schön wärs. Gestern erhielt ich eine e-Mail, dass ich bitte auf der App bestätigen solle, dass ich diese Forex-Transaktion annehmen möchte – oder nicht. Und dann musste ich mich durch ein Liste mit 96 Möglichkeiten durcharbeiten und anklicken, was das für Geld sei. Zum Beispiel aus Drogenhandel. Ich dachte, dass auch Geld aus Waffenschmuggel keine gute Option wäre und klickte brav auf Pensions Money (oder so). Jetzt warte ich vermutlich wieder eine knappe Ewigkeit bis dieses Geld dann nach Abzug von was auch immer auf meinem heiligen FBN-Konto landet und ich eeeeeendlich das Depot und die erste Miete überweisen kann. Zum Glück ist meine Land Lady, Nin, geduldig und verständnisvoll. Sie hat mich für den vierten Streich zur Bank gefahren und wollte nach diesem wiederum fast zweistündigen Prozedere nur noch raus aus diesem schrecklichen Laden. Sie konnte kaum verstehen, wie ich dies bereits dreimal in der Form überlebt hatte mit diesem Mister, der wohl nicht wisse, was sein Job sei. Er hat sie mehrmals versucht zu bitten ihre „voice down“ zu halten, als sie mit einer Spezial-Person am Telefon (für mich) gestritten hat. Vergeblich.

Vielleicht waren diese vier FNB-Besuche für mein Nervensystem tatsächlich einer oder zwei zu viele. Zwei Nächte darauf verbrachte ich ausschliesslich auf dem Klo. Tags darauf hatte ich Zwischenrippenmuskelkater – kännsch? Wenn der Magen schon seit der zweiten Runde leer ist, aber der Körper sagt, dass gespuckt werden muss… weisch wasi mein…?

Während ich heute mal wieder aus dem Springboks-Land berichte, läuft mein in Dauerschleife spielender Jon Batiste-Mix. Mein absoluter Favorit im Moment. Ich hab jetzt neu eine Friends-Playlist auf Spotify, damit ich mit meinen Lieben auch musikalisch in Verbindung bleiben kann. Im Krankenbett hab ich mich mit The Book of Alchemie von Suleika Jaouda beschäftigt und mit ⌗The100dayproject auseinandergesetzt. Ich nehme seit heute teil und wer Lust hat, kann mich dabei auf Instagram begleiten – und vielleicht auch mitmachen. Lasst uns in Verbindung bleiben.

Immer noch Muize, Nov 22, 2025

Wenn mir jemand gesagt hätte, dass etwas vom ersten, was ich tun würde am Westkap, um mich mehr „zuhause“ zu fühlen, Gewürze in kleine Gläser abfüllen sein würde, hätte ich gesagt: you must be joking! Extra Special Mother in Law Masala z.B. juckt in der Nase, Rajapuri Tumeric (auch extra special) färbt meine Finger currygelb. Es fühlt sich fast wieder so an, wie als ich mit 21 Jahren zuhause aus- und in meine erste Wohnung eingezogen bin: Meine eigene Kaffee-Tasse, mein ganz persönlicher Badeteppich, mein mit Sorgfalt ausgewähltes Zahnglas, meine schnuckelige Seifenschale… 

Eigentlich wollte ich ja gestern ein Bankkonto eröffnen, um der stürmenden Tanya von He & She Driving School die Vorauszahlung für meine gebuchten Fahrstunden und das Depot für mein WG-Zimmer bei Nin zu überweisen. Doch der junge FNB-Angestellte in Tokai meinte, dass er den Mietvertrag, so wie er ausgestellt sei, nicht akzeptieren könne. Die Adresse meiner Vermieterin und somit meine künftige Wohnadresse sei nicht komplett und die Korrektur meiner Pass-Nummer sei so (er zeigt mit dem Kugelschreiber auf das mit J überschriebene G) auch inakzeptabel. Thanks for nothing. Da ich schon extra mit Uber-Fahrer Lovemore in diese Riesen-Mall gefahren bin, nutze ich die Gelegenheit und shoppe lauter „Jetzt richte ich mich ein, damit ich mich endlich wieder zuhause fühle“-Sachen. Vor gut einer Woche hat mich Nin am Bahnhof in Fish Hoek mit ihrem weissen Auto abgeholt. Randnotiz: hier fahren fast alle weisse Autos, in allen Grössen und Ausführungen. Warum das so sei, fragte ich den Uber-Fahrer, der mich vom Flughafen in mein AirBnB gefahren hat. Weil es so viel Natur gäbe hier am Westkap und da würde man weisse Autos am besten erkennen können, meinte er. 

Nin heisst mit vollem Namen Ninette, ist etwas älter als ich, mit libanesischen Wurzeln, und lebt mit ihrem Kater Habibi seit 14 Jahren in Fish Hoek in dem Haus an der 5th Avenue, in das ich am 30. November einziehen werde. Ich bin ja ganz entzückt, dass meine zukünftige Adresse 5A on 5th Avenue sein wird. Klingt irgendwie luxuriös. So nach Tiffany & Co. So fühlt es sich jetzt auch grad an, denn mein Zimmer in der WG ist gross, mit viel Tageslicht und einem anschliessenden eigenen Bad mit Dusche und Badewanne. Als ich vor zweieinhalb Wochen etwas gestresst und verunsichert war, weil ich nach den ersten Zimmerbesichtigungen beiden abgesagt habe, dass ich vielleicht zu wählerisch bin, zu hohe Ansprüche habe oder einfach nicht mit diesen Gegebenheiten klar kommen möchte, hab ich mir meine Traum-WG als Collage visualisiert. Nicht nur hab ich mir dabei viel Tageslicht und genug Platz für einen Schreibtisch gewünscht, sondern auch ein eigenes Bad, am liebsten mit Badewanne. Bislang haben meine Wünsche ans Universum meist nicht das Resultat gebracht, was ich mit all meiner mentalen Kraft ins All geschickt und mir als quasi Bumerang erhofft hatte. Umso „wow!“ war und ist es immer noch für mich, dass meine WG-Zimmer-Wünsche jetzt tatsächlich in Erfüllung gehen. Ich kann mir mein kleines Paradies einrichten. 

Glücklich und geschafft hab ich gestern meinen vollen Einkaufswagen aus der Mall geschoben und bin wieder mit Uber ins AirBnB zurück gefahren. Auch dieser Fahrer war aus Simbabwe, wie viele oder gar die meisten hier, die Uber fahren. Laute Amapiano Beats schallen aus Prosper’s Musikanlage. Er müsse seiner Vermieterin bis morgen das Depot für die neue Wohnung bezahlen, sonst würde sie diese an jemand anderen geben. Er drückt eine Anfrage auf seinem Handy weg, die ihm nur ZAR 30 bringen würde. So schaffe er es nicht auf die 2000, die er bis am nächsten Tag brauche, meint er. Wieviele Fahrten bzw. Kilometer das denn seien, will ich wissen. Ich verstehe seine Antwort nicht. Zu laut der Beat, zu nuschelig seine Aussprache. Ich geb ihm ein grosszügiges Trinkgeld,  sortiere meine Einkäufe und bin einmal mehr dankbar, auch wenn mein Tagesprojekt nicht erfüllt ist. Apropos Dankbarkeit: seit drei Tagen nehme ich an dem 10-tägigen Creative Gratitude Process von Adriana teil. Dankbarkeit hat solch eine Power! Wenn du es ausprobieren möchtest, schreibe jeden Abend 5 Sachen, Menschen, Situationen, Erlebnisse oder einfach nur Bilder, denen du begegnet bist auf, für die du dankbar bist. 

In den letzten zwei Wochen habe ich mich auch mit der Theory U von Otto Scharmer auseinandergesetzt und verschiedene Einführungskurse besucht. Ich bin so beflügelt! Und möchte diese Ansätze in meine Arbeit einfliessen lassen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten…

Ich freue mich im Fall auch zu hören bzw. lesen, was bei euch so geht. Ich freue mich auf Post – noch ein letzter Abschweif: Ich wollte meiner Nichte zum Geburtstag eine Karte per Post schicken. Unmöglich. Ich glaube, es gibt im Umkreis von 10km zwei Orte, an denen ich eine Briefmarke kaufen kann. Dass die Post dann auch tatsächlich ankommt, ist eher ein Wunder. Deswegen haben sie die ganzen Postämter zugemacht, meine eine Frau, die ich gefragt habe, wo ich Briefmarken bekommen könnte. Tja, es gibt keine physische Post von mir zu erwarten… C U soon!

Muize, 12. November 2025

Als erstes nochmals ganz herzlichen Dank an alle Spender:innen auf GoFundMe!

Ich bin jetzt seit gut zwei Wochen in Muizenberg und komme langsam an (die Seele…). Zur Zeit erkundige ich die Umgebung mit meinem Secondhand-Bike DARK ANGEL – jetzt sogar mit Korb ge-pimpt! Der Verkehr ist echt busy und auf dem Velo ist’s schon fast suizidal. Ich fahre daher so oft ich kann auf dem Trottoir (auf Anraten von Locals) und hab auch da bisher ganz schöne Begegnungen mit Fussgängern gehabt. Gestern eine Frau, die meinte: I love it (Bike)! I admire you! Mit einem Strahlen übers ganze Gesicht.

Morgen werde ich zwei WG-Zimmer in Fish Hoek besichtigen. Fish Hoek liegt strategisch am Besten für meine Freiwilligenarbeit in der Township Masi(phumulele) ab Mitte Januar. Ich hoffe sehr, dass ich mich da für längere Zeit einleben und Leute vor Ort kennen lernen kann. Danke fürs Daumendrücken für Morgen!

Seit letzter Woche nehme ich an einem Self Defense Kurs hier in Muize teil. Sicherheit ist ein grosses Thema. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich bislang durchs Band netten, freundlichen, hilfsbereiten und sympathischen Menschen begegnet bin: auf der Strasse (oder besser: Trottoir), in meinem (bislang) Lieblingscafé/-bar The Commons, bei den Zimmerbesichtigungen, in den Shops, im Yoga, am Strand… Mein Herz ist wirklich voll von solchen kurzen, aber so lieben Begegnungen. Ich bin dankbar und hoffe, dass es weiterhin so bleibt.

Das Meer ist wunderschön, am Wochenende ist der Strand absolut überfüllt – ein reges Leben findet am berühmten Surfers Beach statt. Ich brauchte etwas Anlaufzeit, bis ich mich das erste mal in die Wellen gewagt habe. Es windet hier oft und auch ganz schön heftig. But it’s still hot! Ja, die Locals sind nicht zimperlich. Vom Kleinkind, girls & boys bis zu grauhaarigen älteren Männern und bleichen Touristinnen wärmt sich alles erst am Strand auf, übt auf ihren Boards im Sand das Aufstehen vom Liegen übers Knien ins Stehen, angeleitet von Surf Instructors oder auch ohne, schnallt sich das Board an den Fuss und wirft sich (mehr oder weniger) in die Fluten. Immer wieder pfeifen die Life Guards und winken die Menschen in die richtige Richtung, weg von den Strömungen. Shark Spotters sitzen auf dem Berg (hab ich mir sagen lassen) und lassen die Life Guards per Funk wissen, falls es Alarm zu schlagen gäbe. Im Notfall holen sie dich mit ihren Booten oder Jetskies aus dem Meer. Ich kann stundenlang im Sand sitzen und dem Treiben am und im Wasser zuschauen.

Auch Autofahrstunden bin ich bereits am Aufgleisen. Allerdings macht die Fahrschule länger Holiday und im besten Fall kann ich anfangs/Mitte Dezember meine ersten Fahrstunden nehmen bevor die He & She Driving School dann in die Weihnachtsferien braust. Ich bin gespannt! Wish me Luck!

Soweit meine News aus dem gerade wieder unter strahlendem Himmel und unter Sonnenschein vibrierenden Muize, Eure Rea

Oct 31, 2025

In der Schweiz gehen die Kinder von Tür zu Tür. Süsses oder Saures. Mein jüngster Neffe hat sich eine professionelle Gesichtsbemalung von der grossen Schwester machen lassen. Hat zwar nichts mit dem Schweizer Brauch zu tun, aber dank Amerikanismus (nicht von Ursprung-Irland) hat der Konsumwahn in der Schweiz diese Marktecke vor Jahren begonnen kapitalistisch auszuschlachten. Hier in Muizenberg, Südafrika verkauft z.B. der Crazy Shop Halloween Kostüme und anderen Kürbis-Plastikutensilien. Doch die Kinder können hier nicht von Tür zu Tür. Vor jeder Haustür ist ein Gitter oder Gatter. Fremde werden nicht eingelassen. Alle Eingänge sind vergittert, so auch der Friseursalon von C heute, wo ich meine Stirnfransen schneiden liess. Das Verrückte für mich an der Sache ist, dass die Leute in Muizenberg so freundlich sind, sich auf der Strasse, am Strand usw. grüssen, oder ich auf alle Fälle gegrüsst werde. Ich fühle mich hier so viel mehr wahrgenommen (weil ich herausstechend europäisch-touristisch erscheine?) als in der Schweiz. Auch wenn Leute ja nicht wissen woher ich komme, werde ich gegrüsst. Als wäre ich von hier. Denn hier, in Muizenberg, da kennt man sich. It’s a Small Community, meinte die Coiffeuse C. Auch der Rentner Dave, der leider dem Alkohol verfallen ist, aber ein übergrosses Herz hat. Dave ist hier aufgwachsen, zur Schule (er zeigte mir die Junior School) und immer hier gewesen. Er kennt jeden, dem wir begegenen. Übrigens, guter Tipp: geh zum lokalen Frisör, wenn du was brauchst. Die kennen alle und wissen, wer wo wie was. Auf alle Fälle war C so angetan, dass ich bei ihrem Salon angeklopft und einen Termin gebucht habe. Sie hatte solche Freude, meinen Poni mit Hingabe zu kürzen (ihr wisst ja, ich trag ihn sehr gerne sehr kurz). It is such a pleasure you came by, meinte sie. Thank you for the conversation. Dass sie froh ist, dass ihre Tochter darauf achtet, dass ihre Kinder nicht schon von klein an am Handy kleben. Sie hätte gesehen, was es mit den Kindern mache. Dass sie aggressiv werden und mehr. Und winke, wenn du wieder hier vorbei gehst. It was such a pleasure to get to know you. Sie wolle mir einen Kontakt vermitteln von einer Immobilen-Frau. Ihr Mann werde ihr helfen, damit sie das mit meiner Schweizer Nummer in WhatsApp hinkriege.  Und dann wird das Gitter hinter mir wieder verschlossen. Es windet. Es ist kühler geworden. Es kann alle Jahreszeiten an einem Tag geben, sagte C. Ja, das hab ich in den wenigen Tagen auch schon gespürt. Auf dem Blue Bird Market ist viel los. Mehr als gestern. Es wird gegessen, getrunken, getestet. Ich grüsse die Frau, die in ihrer Garage Kleider näht und mit der ich schon gestern ins Gespräch gekommen bin, weil ich mir aus dem Stoff von Tansania eine Jacke genäht habe, die einen ganz ähnlichen Schnitt hat, wie die von ihr. Ich komme nächste Woche wieder und zeige ihr meine Jacke. Yes, sure. Sie hat gestern recht gut Geschäfte gemacht, heute noch nicht so, sagt sie. Jeden Donnerstag und Freitag ist sie am BBM. See you! Das werden wir. Ich weiss, dass es Geduld braucht. Die beiden jungen Typen beim Bier sind schnell verschwunden, nachdem wir ein bisschen geplaudert haben. Schade, sage ich zu dem Filmmaterial-Verleiher. Bis zum nächsten Mal. So geht das.

Tamalpa Life/Art Process Practitioner

Dezember 2023-Januar 2024 hab ich als Volunteer im Flowers Children’s Center in Tanzania gearbeitet und mein Level 3 Projekt durchgeführt. Ein Jahr später habe ich nun das Certificate erhalten und bin damit offiziell als TLAP Practitioner anerkannt. Ich freue mich auf Projekte und Einzel-Coachings und wünsche mir, diese fruchtbare Arbeit mit meinem Engagement als Genesungsbegleiterin verbinden und so Menschen begleiten und unterstützen zu können auf ihrem Lebensweg. Ich freue mich auf gemeinsames Lernen, Erfahren und Erleben. Trust the Process!

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