Aktuell!

Südafrika

27.12.2025

Jahresrückblick

Mein Highlight im Januar waren die Tage mit meiner Freundin R im Valmüstair. Schnee mit Sturm, Sonnenschein und klirrende Kälte. Das Nähprojekt mit T im Schloss, welches mich von November 24 bis in den August beschäftigt hat, ist nun mein ganzer Stolz, den ich gerne Menschen, die selber nähen, zeige. Ich freue mich jedes Mal über die Anerkennung und bin einmal mehr dankbar, dass T mich durch dieses Projekt begleitet hat, ohne sie hätte ich es niemals zustande gebracht. 

Im Februar hab ich das absolut grandioseste Solo-Bühnen-Stück in diesem Jahr (und darüber hinaus) gesehen: Isidlamlilo – The Fire Eater von Empatheatre, gespielt von der fantastischen Schauspielerin Mpume Mthombeni aus Südafrika. Im Workshop am Abend vor der Vorstellung, die ich besucht habe, hat sie erklärte, wie sie sich vor jedem Auftritt mit ihren Ahnen verbindet (channelling) und um Unterstützung bittet. Neil, der Regisseur des Solos, erzählte von der Art und Weise ihrer Zusammenarbeit mit Freelance Leuten für Recherchen und Interviews. Nach dem Stück sei Mpume manchmal komplett erschöpft, weil es sie alle Energie brauche, wenn sie das Stück mehrere Abende hintereinander spiele. Hut ab vor dieser Leistung! Viel Freude hatten mein jüngster Neffe und ich bei J im Druck & Werk in Winterthur. Ch ist dafür zum ersten Mal alleine mit dem Zug nach Winti gefahren und war so aufgeregt, dass er die Nacht davor kaum schlafen konnte. Umso erleichterter war er, als ich ihn am vereinbarten Ort auf dem Ankunftsperron abgeholt habe. Und wie schön ist es doch, den Stolz über den eigenen Erfolg im Gesicht eines (jungen) Menschen zu sehen. Schlürf! (Ich trinke das Glück gleich nochmals, das mich in solchen Momenten überkommt). Seine selbstbedruckten T-Shirts gehören nun zu seinen absoluten Lieblingsklamotten – und ich hoffe, er kann diese noch seeeeehr-sehr lange tragen… Mit einem lachenden und weinenden Auge hab ich mich im Februar vom fantastischen Team der Villa Vita (SRK) verabschiedet. Das Pilotprojekt „Peer-Angebote in der Villa Vita“ ist leider (noch) nicht auf grosses Echo gestossen. Dennoch waren die knapp zwei Jahre eine lehrreiche und auf mehreren Ebenen eine sehr bereichernde Erfahrung, besonders in einem so unterstützenden Team arbeiten zu dürfen, war eine tiefe Bereicherung mit heilendem Effekt. Herzlichen Dank für diese Zeit! Apropos Zusammenarbeit: Gerne immer wieder am Recovery College Bern mit meinem besten Freund aus HfH-Zeiten. Danke für die tollen Kurse mit Tanz und Theater – immer wieder mit neuen Gruppenkonstellationen und (Themen-) Herausforderungen. Es ist mir eine echte Freude, mit dir (M) zu co-moderieren und dass wir beide jedes Mal die Bereitschaft für Improvisation im besten Sinne haben. We are not done yet! More to come! Der letzte Kurs hat Feb/März in Bern statt gefunden.

Im März und April konnte/durfte/musste ich mich von meiner Winterdepression erholen. Allerlei Situationen, die ich da erduldet habe und mir klar vor Augen führten: Meine Zeit für Klinikaufenthalte in der Schweiz ist aus und vorbei. Oder meine Nerven für die Inhalte sind aufgebraucht. Und/oder für Fachpersonen, die nicht mit einem zeitgemässen Mindset ihre Jobs machen (können). Da bereits jede dieser „Psycho-Fabriken“ von Krankenkassen regiert und gesteuert werden, sind Therapieformen und -zeiten bzw. -aufenthaltslängen und -methoden vorgeschrieben und diktiert. Mir kommt dieses Büchsen-Gedöns aus all meinen Ohren und allen anderen Körperöffnungen raus. Es ist enttäuschend, zumal das alles auch so viel Geld kostet. Ich habe keinen Plan, was ich als nächstes tun werde, sollte ich wieder in eine Krise geraten, in der ich auf einen stationären Aufenthalt angewiesen bin. Ich muss wohl meine eigene Klinik konstruieren und eröffnen. Und gerne mit Gleichgesinnten, die auch müde von den immer gleichen Predigten (Konzepten, Programmen, etc.) sind, als wäre es sooo einfach, psychische Krisen bewältigen und Strategien in dem ganz normalen Wahnsinn des Alltags anwenden zu können. Mehr noch, in diesem letzten Aufenthalt in der auf Burnout spezialisierten Klinik, fühlte ich mich wie noch nie zuvor wie eine komplette Versagerin. Eine Schande, dass ich IMMER noch nicht dies und das umsetzen kann, oder IMMER noch nicht jenes und dieses EINFACH MACHEN kann… Nein, ich brauche das wirklich nicht mehr. Und schon gar nicht, dass ich dafür all mein Geld verprasse, wie andere für noch ein paar tolle Schuhe mehr, oder noch einmal Tauch- und Segelferien auf X und Y oder sonstwo auf dieser Kugel. Sorry für den Sarkasmus. Da ich mir ja auch immer mal wieder anhören muss, dass ich froh sein kann, in der Schweiz WENIGSTENS ein Sozialsystem zu haben und blablabla Ausbildung… und noch mehr blablabla … Interessant, dass man (ich) als „behinderter“ und „invalider“ Mensch immer wieder mit Menschen aus Ländern verglichen wird, in denen so korrupte politische Systeme und Diktaturen herrschen, wie es sich manche rechtspolitische Partei(en) auch in der Schweiz wünschen. Und in welche Richtung sich leider auch bis anhin mehr oder weniger demokratische Länder hin bewegen… Und damit wollen wir uns wirklich vergleichen…? Ich meine, natürlich nur die armen, kranken, zu nichts nutze Menschen, die null wert sind – eben in-valid. Ok… Ich schwenke meinen Blick zurück auf April. 

Eine wunderschöne Wanderung hab ich mit meiner lieben Freundin K gemacht, die mich an der Hand über für mich und meine Höhenangst herausfordernde Abschnitte sicher rüber geführt hat. Krokusse, die aus den noch braunen Wiesen guckten, blauer Himmel, Sonnenschein und heftiger Wind um unsere Ohren haben uns begleitet. Ein über alle Sinne bleibendes Erlebnis. Tiefe Dankbarkeit. Im Mai, der wohl erste richtig sonnige und schöne Abend für einen spontanen Prosecco-Abend auf der Dachterrasse von R. Was für eine tolle Stimmung (nicht nur dank bubbles…) mit Tanz und Musik und so vielen Glücksgefühlen dank einer guten Portion Frauenpower. Einer dieser Momente (und Nächte), die sich nicht einfach so wiederholen lassen – aber sie können (zum Glück) zur richtigen Zeit und am richtigen Ort wieder passieren. Serendipity. Gratitude. Women Friendship. Total in the Moment Experience.

Afro-Pfingsten war dieses Jahr anfangs Juni. Und – wie jedes Jahr? – mit etwas Regen. Plus ganz viel guter Laune, lachenden Gesichter, tanzenden und trommelnden Menschen, verschiedenen Düften aus allen möglichen afrikanischen Ländern – und jeder Menge After-Parties wie sonst nie im ganzen Jahr (für mich!). Das Gefühl, über alle Meere und Landes-Grenzen eben doch als Menschen ganz tief verbunden zu sein. Vielleicht, weil die Wiege der Menschheit auf afrikanischem Boden liegt… Dazu ein Buchtipp für alle, die sich von stereotypen Bildern über „Afrika“ lösen möchten: Africa is not a Country. Breaking Stereotypes of Modern Africa von Dipo Faloyin. 

Da ich seit Ende 2024 meine Ausmist- und Ausräumungs-Aktion immer wieder unterbrechen musste (hurra Depressionen!), führte ich sie über all die Monate, wenn immer möglich und aus dem Bett, gleich wieder fort. Trotz Garage-Sale im Dezember vor einem Jahr und Winti-Flohmi im März, gab es immer noch Sachen und v. a. Möbel, die ich versuchte über Ricardo zu verkaufen. Dank D bin nun sogar ich fähig, Büchergestelle, Stühle und anderes aus Küche, Schlafzimmer und Büro online zu versteigern. Ich bin aber überhaupt nicht böse, dass ich seit Herbst nicht mehr jeden Tag mehrmals die Klicks und Preise, die verkauften oder eben nicht verkauften Artikel checken, immer wieder Termine verschieben muss, weil Käufer nicht auftauchen bzw. ständig schieben. Im Juli eine Woche bei meiner Lieblingstanzlehrerin, Bettina Neuhaus, in Bern: Fünf Tage in Skinner Releasing Technique ein- und abtauchen. Plus eine Helikopter-Aktion aus nächster Nähe verfolgen. Fast wie James Bond, nur ohne Held und mit viel Baumaterial. Über den ersten August wieder mit R in den engadiner Bergen. Wunderschöne Wanderung inkl. gemütliche Erholung im Thermalbad. Leider dieses Jahr alleine an den Musikfestwochen in Winti, da Freundin S in der Zeit am französischen Atlantik weilte. Kommendes Jahr hoffentlich wieder zusammen an den tollen Konzerten unter freiem Sternenhimmel. 

September war unser letzter WG-Monat an der alten Römer 23. Sista J zog bereits Mitte Monat mit ihren Sachen in ihr neues Zuhause um, aber übernachtete auf einem extra auf Ricardo erstandenen Feldbett noch in der immer kahler werdenden WG-Wohnung, damit ich nicht alleine blues-en musste. Wir besuchten zusammen einen Pfefferspray-Kurs mit meiner Schläger-Freundin O (yeah!) und tranken Prosecco während wir meine sog. „Psychobilder“ in J’s Feuerraketen verbrannten. Jeder Tag ein Stück mehr Richtung Abschied, inkl. Abschiedsfest mit unserer Anti-Weihnachtsdeko und Freunden, die jedes Jahr in einer neuen Konstellation an unserer Gartenparty über die letzten fünf Jahre teilgenommen haben. Ende Monat zog ich mit etwa 20 Plastikkisten und sonst restlichem Gepäck in die Innerschweiz. Danke an die Fahrer:innen, Auto-Organisator:innen und Helfer:innen für eure Zeit und Muskelkraft! Von der Innerschweiz nach Bern in die South African Embassy, um alle Unterlagen für das Volunteer – Visum einzureichen, von da (nach gefühlten 5’) wieder im Zug via Innerschweiz ins Tessin. Eine letzte Wanderung in den italienisch-schweizerischen Bergen bevor ich mit nochmals weniger Gepäck (Plastikkisten im Stall versorgt – Danke M und TL!) und e-Bike an den Zürichsee zurück kehrte – für die letzten zwei Wochen in der Schweiz, bevor ich am 27. Oktober abgeflogen bin. Zuerst noch Koffer umpacken (miiiiiini Nerve!) vor dem Drop off Schalter. Danach Prosecco, ein wunderschönes Abschiedsritual von K (merci ganz fest) und viele Tränen an der Flughafen-Bar mit meiner Bye-Bye-Frauenpower-Bande. Mit verquollenen Augen durch den Zoll und die Scan-Kontrolle. Zwischenstopp zwecks Tanken in Milano, weiter nach Addis Abeba. Umsteigen. Nochmals Scannen und Endlosschlangenstehen. Zum zweiten Mal der ekelhafteste Flug-Food ever! (Tipp: BYO when flying with Ethiopian Airline!) Aber glücklich-k.o. on time am Tag danach in Cape Town gelandet. Und von da an mit neuen Abenteuern beschenkt (siehe meine Berichte unten).

Danke euch allen, die mich begleitet habt in diesem Jahr. Danke für die wunderbaren Freundschaften, für die kleinen und grossen Gesten, für das mehr oder weniger Dasein in meinem Leben, für eure Präsenz im Hier und Jetzt in unseren geteilten Momenten – für alles, was wir miteinander durchmachen, erleben und lernen durften. Grosses, herzliches Dankeschön. 

Fürs 2026 wünsche ich uns allen
Frieden, Frieden, und nochmals Frieden
Nie genug Frieden
F r i e d e n –
Und Freiheit –
Freiheit für alle Menschen

Frische Luft – jeden Tag
Fröhliches Zusammensein mit Freund:innen
V*erspielte Kinder um uns und in uns drin (*FFFFF)
Freundlicher Umgang miteinander im Alltag
Frohes Feiern – immer dann, wenn sie passieren (oder vom Himmel fallen)

Fische in sauberem und plastikfreiem Wasser im Sommer
Frösche in von Seerosen übersäten Teichen im Frühling
Feigenbäume mit fetten Früchten im Herbst
Feldblumenwiesen – das ganze Jahr über
im Winter unter einer dicken (Schweizer) Schneedecke schlafend

Frieden. Frieden für alle.
Freiheit für alle Menschen.
Fühlen mit dem Herzen,
damit wir mehr Verbundenheit finden.
Frieden, Freiheit, Verbundenheit.

FF (so viel und lange wie du möchtest)


Merry Christmas and a truly happy new year. Peace, Love and Kindness for All the People

If you are interested in supporting my work for MASICORP, you can donate for the project DANCE IN THE SEA OF COLOURS. Thank you so much for your support!

Fish Hoek Dec 14, 2025

Gestern, Samstagmorgen, gab es ein Nachbarschafts-Zmorgen in der 5th Avenue. Es gibt eine Chat-Gruppe auf WhatsApp, in der ich nun auch dabei bin, in der die Einladung platziert wurde. Vis à vis von Nin’s Haus wohnt eine junge Familie, Guy und Jess mit den Kindern Jude und Olive. Als sie in das Haus gegenüber eingezogen sind, waren sie es, die die ganze Strassen-Nachbarschaft zum Braai eingeladen und die Chat-Gruppe initiiert haben. Durch sie lernten sich die Menschen, die teilweise schon drei Jahrzehnte  in der 5th Avenue leben, persönlich kennen. Nin ist manchmal etwas verpeilt, weswegen wir zu spät da waren. Leider waren schon einige der Nachbarn wieder weg, bis ich mit Teekrug und Kaffeetasse hinter Nin eingetrudelt bin. Leider, denn es war so nett, dass sich so viele (etwa 20 Leute) aus der Strasse zusammen gefunden haben, um bei einem Weihnachtsfrühstück miteinander Rolls mit Speck und Ei zu essen und zu plaudern, bevor die meisten in alle Richtungen fahren, ihre Familien u/o Freunde besuchen und Weihnachten verbringen. Oder Ferien anderswo machen. Ich habe mich mit Pfarrer Andrew unterhalten, der seit sieben Jahren in der Catholic Church gleich nebenan amtet. Er hat mir erzählt, dass sie mit Spenden für die Kinder bzw. Schulen von Masicorp Schreibmaterialien kaufen und jedes Jahr zum Schulbeginn diese vorbeibringen. Er hat veranlasst oder sich dafür eingesetzt, dass ein Waisenhaus, das in Masi völlig überfüllt war, nun ein paar Strassen weiter von der Kirche in ein grösseres Haus ziehen konnte, wo traumatisierte Kinder nun ausserhalb der Township wohnen können. Die Kinder sind zwischen Baby-Alter und 18 Jahre alt. Mit 21 Jahren müssen sie ein neues Zuhause finden, weil sie dann als erwachsen gelten und nicht mehr im Kinderheim leben dürfen. So sind die Regulierungen, bedauert er. Die Betreuer:innen helfen diesen Kindern selbstverständlich, um Anschlusslösungen zu finden. Er erzählt mir auch von der Frau, die jeden Tag im Sewing Café in Masicorp mit-betreut, obschon sie bereits über 70 Jahre alt sei. Sie würde zwar von Nähen nicht viel verstehen, aber ihr sei dieses Projekt und die Lernenden so ans Herz gewachsen, dass sie weiterhin unterstützt, wo Hilfe benötigt wird. Und sei es auch nur, zwischendurch eine Tasse Tee mit den Lernenden zu trinken. Father Andrew ist stolz auf seine Gemeinde und was sie für die Menschen in der Township tut. Am Nachmittag würden sie den Kindern im Waisenhaus Weihnachtsgeschenke vorbei bringen. Das sei immer einer der schönsten Momente,  wenn sie den Kinder Geschenke brächten und sie ihnen damit eine Freude bereiten könnten. Die Kinder hätten wirklich schon so viel Schreckliches in ihren jungen Jahren erlebt, Eltern verloren, die bei Schiessereien getötet wurden usw. Father Andrew verabschiedet sich dann auch und lässt uns in Ruhe aufräumen, nachdem alle gegangen sind. Für Oliv’s kleine Kinderfüsse ist die Strasse inzwischen zu heiss geworden. Ich nehme sie auf den Arm. Sogleich fährt eine Gruppe mit lauten Motorrädern vorbei und winkt der Kleinen zu, die ein Wort unablässig wiederholt, das ich nicht verstehe. Guy erklärt mir, dass sie die Motorräder so nenne. Vermutlich sei dieses Wort aus einem Kinderprogramm. Wir spielen noch etwas mit dem Wasserschlauch im Garten der Familie und verabschieden uns dann bis zum nächsten Wiedersehen. Vielleicht on the Beach.

Fish Hoek, Dec 10, 2025

Was für ein Tag! Ein Quick Hello mit Milli von Masicorp um 9.30h. Mit Uber bin ich von zuhause in gut 10-15 Minuten im Campus, wo ich mich beim Gate Keeper/Guard anmelden musste. Es war kaum zu glauben, dass es nach so langer Zeit nun tatsächlich real wurde und wir uns in persona endlich begrüssen konnten, Milli und ich. Ich war total bewegt und noch viel mehr, als sie mir in ihrem Büro auf einer Übersichtskarte zeigte, was Masicorp wo macht bzw. wo die Kinder unterrichtet und betreut werden, wo ihre Bibliothek ist, in der auch extra Computerkurse und Reading Afternoons statt finden. Gerade haben die Graduations von Computerabgängern sowie von erfolgreichen Student:innen des Sewing Cafés statt gefunden, in dem junge Menschen lernen zu nähen und damit bessere Chancen haben, einen Job zu finden. Eine der Absolventinnen unterrichtet nun selber Nähkurse, wiederum andere finden Jobs in der Nähindustrie, wo sie traditionelle Kleidung, Schürzen und Arbeitskleider herstellen. Die Zusammenarbeit mit der Industrie soll weiter intensiviert werden. Diese Jobs helfen den jungen Menschen, schrittweise aus der Armut zu kommen und sich ein eigenes Leben aufbauen zu können. Es verhindert, dass sie in Drogen fliehen oder in Gangs versuchen „Heimat“ zu finden – wie leider so viele, die aus der High School fallen, aussteigen oder sich unmotiviert durchmogeln, weil ihnen Perspektiven fehlen. Das ist ein grosses Problem unter den 13- bis 18-jährigen: Perspektivenlosigkeit. Um hier entgegen zu wirken, plant Masicorp für nächstes Jahr ein neues Gebäude mit Schulzimmern für genau diese Jugendlichen. Hier sollen sie sich Perspektiven erarbeiten können. Seit über 20 Jahren ist Milli bei Masicorp engagiert. Zu Beginn als Volunteer, sie war Lehrerin an der Primary School in Fish Hoek. Pro bono nahm sie immer wieder Kinder aus Masi (Township Masiphumulele) in ihre regulären Klassen auf. Dann arbeitete sie vermehrt als Freiwillige für Masicorp, baute mit einer heute pensionierten und passionierten Frau die Bibliothek in Masi auf, bevor sie 2017 von ihrem Vorgänger die Direktion von Masicorp übernahm. Seither und schon davor wächst das Angebot, die Anzahl der Schulgebäude und der Kinder und Jugendlichen, die teilnehmen und einen Platz bei Masicorp haben wollen. Anfängliche Skepsis von allen Seiten, dass ausserhalb von Masi – der Campus mit dem ersten Education Center von heute dreien ist am Rande der Township gelegen – niemand hinkommen würde. Masicorp wurden von Eltern und Interessierten überrannt. Das liegt schon einige Jahre zurück. Heute ist ein ganzes Team von Fundraiserinnen und Finanzexperten sowohl im operativen wie auch im strategischen Gremium (Vorstand) tätig und stellt sicher, dass Masicorp nicht nur ihre 29 laufenden Projekte, den Neubau und das neue Angebot für Jugendliche, sondern auch ab und zu andere Organisationen, die sich in Masi engagieren und auf dem gleichen Campus ihre Büros und Gebäude haben, mit Schulmaterial oder Coaching unterstützen kann. Ich treffe eine junge Volunteer, die gerade von einem Hort zurück gekehrt ist, und zwar einem Hort, der eigentlich nicht zu Masicorp gehört. Doch die junge Frau macht da gleichzeitig eine Studie, die sie in ihrem Studium in Sozialwissenschaft einfliessen lässt. Milli erzählt mir die berührende Geschichte dieser jungen Frau, die über ein Jahr lang gespart hat, um sich überhaupt an der Universität bewerben zu können. Als sie aufgrund ihrer super Noten einen Studienplatz mit Zimmer auf dem Campus zugesprochen erhielt, war sie völlig überfordert. Milli nahm sie unter ihre Fittiche: Sie solle dieses Angebot unbedingt annehmen, Masicorp/Milli würde zusehen, dass es (finanziell) klappt und sie ihr Studium machen kann. Die junge Frau muss sich nun auf Prüfungen vorbereiten. Keine Ferien. 

Bei Masicorp werden übrigens alle Projekte überwacht, im Sinne von Daten-Erhebungen, Erfassen von Entwicklungen und Erfahrungen und Generierung von Materialien, um nicht nur die Geldgeber mit Fakten auf dem Laufenden zu halten und die Erfolge festzuhalten, sondern auch um die weitere Entwicklung genau planen zu können, da sie ständig wachsen und damit auch die Anforderungen und Investitionen. 

Ich bin tief beeindruckt von der Arbeit und dem Engagement von Milli und ihrem Team. Und tief berührt, als ich die Kinder auf dem Spielplatz höre, wie sie Weihnachtslieder singen und dazu Räder schlagen. Ein kleiner Junge winkt mich durch die Gitterstäbe hinein. I have to go! Aber ich werde euch bald wiedersehen. Wir winken uns zu und in mir bleiben die Gesichter dieser lachenden und fröhlichen Kinder zurück, als ich mit dem Uber wieder nach Hause fahre.

Fish Hoek, Dec 6, 2025

Black Friday in SA bedeutet, dass einige Netze zusammenbrechen, weil jede Menge kaufwütiger Menschen von Freitag bis Sonntag online shoppen, als wär die Welt am Montag ausverkauft…

Das war DIE Herausforderung an meinem Zügeltag am letzten Novembertag. Der zwei Tage zuvor bestellte Uber-Bakkie mit Driver wurde über eine halbe Stunde lang zum eigentlichen Zeitpunkt der „Lieferung“ über die App gesucht. Alle fünf Minuten hiess es „zu wenig Netz … bitte prüfen Sie blablabla…“ und dann war meine Bestellung weg. Vermutlich waren Black Friday Bestellungen wichtiger… Nach einem halben Nervenzusammenbruch, weil dieses Mal-wieder-Netz-dann-nicht-mehr für meine AirBnB-Vermieter:innen gewirkt hat, als hätte ich über eine Woche lange keine meiner ADHS-Medikamente geschluckt. Hin und her, auf die Strasse, vors Haus, das halbe Gepäck schon auf der Strasse bereit, der Rest noch vor der Haustür… und dann wird mir ein 8-plätzer-Van auf der Uber-App bestätigt. Ok, dann halt so. Zum Glück ein tiefenentspannter Südafrikaner, der nicht so ganz glauben konnte, dass in seinem wunderschönen Van nicht eine Kleingruppe für einen Ausflug, sondern mein DARK Angel, Koffer, Reisetasche und viele „fragile“ Tüten transportiert werden sollten.

Knapp zwei Stunden nach Ankunft im neuen Zuhause hab ich quasi schon alles im Zimmer und in der Küche (so gut es der Platz zuliess) eingeräumt und eingerichtet. Was für eine Freude! Dieses grosse lichtdurchflutete Zimmer! Noch ein Schnäppchen aus dem Charity Shop hier und da und es fühlt sich an wie meins.

Dienstag nach dem sonntäglichen Umzug dann meine vierte Fahrt in die Shopping Mall in Tokai, in der sich eben diese FNB Bank Branch befindet. Laut Chat GPT sollte diese die beste Bank für mich als wenig Service nutzende non-resident Privatperson sein. Vor der Autofahrt hab ich sämtliche verfügbaren Götter und Göttinnen zusammen gebeten, mich zu unterstützen, damit es endlich nach zwei absolut sinnfreien Terminen und einem knapp zwei Stunden langen Prozedere end-end-end-endlich mit der Konto-Eröffnung klappen, ich die Karte und alle Zugänge kriegen und die korrekten Details, damit ich Geld aus der Schweiz auf dieses so mühsam erkämpfte Konto überweisen können würde. Auf der sogenannten Eröffnungsbestätigung –  9 Seiten in tonerschwachen 3-Punkte Schrift – die ich elektronisch unterschreiben musste und vorher nicht durchlesen konnte, sah ich dann später, dass mein sogenannter Bankberater wohl eine Leserechtschreibestörung haben muss, denn sowohl die Schweizer Wohnadresse wie auch mein Geburtsdatum waren mit verdrehten Buchstaben und Zahlen kaum dechiffrierbar. Seither hab ich noch mehr Flecken in meinen Blickfeldern. Kann auch Zufall sein. Etwa so sehr wie, dass mein Code durch Mister S. zum Funktionieren gebracht wurde, nachdem ich gefühlte 87 mal den gewünschten Code sowohl am Kundencomputer, am Lesegerät auf seinem Pult, auf der Tastatur seines PCs und am Bankomat vor der Filiale eingegeben hatte. Ich dachte, ich müsste den Zugang für Elon’s privaten Tresor erschliessen…

Ende gut alles gut? Schön wärs. Gestern erhielt ich eine e-Mail, dass ich bitte auf der App bestätigen solle, dass ich diese Forex-Transaktion annehmen möchte – oder nicht. Und dann musste ich mich durch ein Liste mit 96 Möglichkeiten durcharbeiten und anklicken, was das für Geld sei. Zum Beispiel aus Drogenhandel. Ich dachte, dass auch Geld aus Waffenschmuggel keine gute Option wäre und klickte brav auf Pensions Money (oder so). Jetzt warte ich vermutlich wieder eine knappe Ewigkeit bis dieses Geld dann nach Abzug von was auch immer auf meinem heiligen FBN-Konto landet und ich eeeeeendlich das Depot und die erste Miete überweisen kann. Zum Glück ist meine Land Lady, Nin, geduldig und verständnisvoll. Sie hat mich für den vierten Streich zur Bank gefahren und wollte nach diesem wiederum fast zweistündigen Prozedere nur noch raus aus diesem schrecklichen Laden. Sie konnte kaum verstehen, wie ich dies bereits dreimal in der Form überlebt hatte mit diesem Mister, der wohl nicht wisse, was sein Job sei. Er hat sie mehrmals versucht zu bitten ihre „voice down“ zu halten, als sie mit einer Spezial-Person am Telefon (für mich) gestritten hat. Vergeblich.

Vielleicht waren diese vier FNB-Besuche für mein Nervensystem tatsächlich einer oder zwei zu viele. Zwei Nächte darauf verbrachte ich ausschliesslich auf dem Klo. Tags darauf hatte ich Zwischenrippenmuskelkater – kännsch? Wenn der Magen schon seit der zweiten Runde leer ist, aber der Körper sagt, dass gespuckt werden muss… weisch wasi mein…?

Während ich heute mal wieder aus dem Springboks-Land berichte, läuft mein in Dauerschleife spielender Jon Batiste-Mix. Mein absoluter Favorit im Moment. Ich hab jetzt neu eine Friends-Playlist auf Spotify, damit ich mit meinen Lieben auch musikalisch in Verbindung bleiben kann. Im Krankenbett hab ich mich mit The Book of Alchemie von Suleika Jaouda beschäftigt und mit ⌗The100dayproject auseinandergesetzt. Ich nehme seit heute teil und wer Lust hat, kann mich dabei auf Instagram begleiten – und vielleicht auch mitmachen. Lasst uns in Verbindung bleiben.

Immer noch Muize, Nov 22, 2025

Wenn mir jemand gesagt hätte, dass etwas vom ersten, was ich tun würde am Westkap, um mich mehr „zuhause“ zu fühlen, Gewürze in kleine Gläser abfüllen sein würde, hätte ich gesagt: you must be joking! Extra Special Mother in Law Masala z.B. juckt in der Nase, Rajapuri Tumeric (auch extra special) färbt meine Finger currygelb. Es fühlt sich fast wieder so an, wie als ich mit 21 Jahren zuhause aus- und in meine erste Wohnung eingezogen bin: Meine eigene Kaffee-Tasse, mein ganz persönlicher Badeteppich, mein mit Sorgfalt ausgewähltes Zahnglas, meine schnuckelige Seifenschale… 

Eigentlich wollte ich ja gestern ein Bankkonto eröffnen, um der stürmenden Tanya von He & She Driving School die Vorauszahlung für meine gebuchten Fahrstunden und das Depot für mein WG-Zimmer bei Nin zu überweisen. Doch der junge FNB-Angestellte in Tokai meinte, dass er den Mietvertrag, so wie er ausgestellt sei, nicht akzeptieren könne. Die Adresse meiner Vermieterin und somit meine künftige Wohnadresse sei nicht komplett und die Korrektur meiner Pass-Nummer sei so (er zeigt mit dem Kugelschreiber auf das mit J überschriebene G) auch inakzeptabel. Thanks for nothing. Da ich schon extra mit Uber-Fahrer Lovemore in diese Riesen-Mall gefahren bin, nutze ich die Gelegenheit und shoppe lauter „Jetzt richte ich mich ein, damit ich mich endlich wieder zuhause fühle“-Sachen. Vor gut einer Woche hat mich Nin am Bahnhof in Fish Hoek mit ihrem weissen Auto abgeholt. Randnotiz: hier fahren fast alle weisse Autos, in allen Grössen und Ausführungen. Warum das so sei, fragte ich den Uber-Fahrer, der mich vom Flughafen in mein AirBnB gefahren hat. Weil es so viel Natur gäbe hier am Westkap und da würde man weisse Autos am besten erkennen können, meinte er. 

Nin heisst mit vollem Namen Ninette, ist etwas älter als ich, mit libanesischen Wurzeln, und lebt mit ihrem Kater Habibi seit 14 Jahren in Fish Hoek in dem Haus an der 5th Avenue, in das ich am 30. November einziehen werde. Ich bin ja ganz entzückt, dass meine zukünftige Adresse 5A on 5th Avenue sein wird. Klingt irgendwie luxuriös. So nach Tiffany & Co. So fühlt es sich jetzt auch grad an, denn mein Zimmer in der WG ist gross, mit viel Tageslicht und einem anschliessenden eigenen Bad mit Dusche und Badewanne. Als ich vor zweieinhalb Wochen etwas gestresst und verunsichert war, weil ich nach den ersten Zimmerbesichtigungen beiden abgesagt habe, dass ich vielleicht zu wählerisch bin, zu hohe Ansprüche habe oder einfach nicht mit diesen Gegebenheiten klar kommen möchte, hab ich mir meine Traum-WG als Collage visualisiert. Nicht nur hab ich mir dabei viel Tageslicht und genug Platz für einen Schreibtisch gewünscht, sondern auch ein eigenes Bad, am liebsten mit Badewanne. Bislang haben meine Wünsche ans Universum meist nicht das Resultat gebracht, was ich mit all meiner mentalen Kraft ins All geschickt und mir als quasi Bumerang erhofft hatte. Umso „wow!“ war und ist es immer noch für mich, dass meine WG-Zimmer-Wünsche jetzt tatsächlich in Erfüllung gehen. Ich kann mir mein kleines Paradies einrichten. 

Glücklich und geschafft hab ich gestern meinen vollen Einkaufswagen aus der Mall geschoben und bin wieder mit Uber ins AirBnB zurück gefahren. Auch dieser Fahrer war aus Simbabwe, wie viele oder gar die meisten hier, die Uber fahren. Laute Amapiano Beats schallen aus Prosper’s Musikanlage. Er müsse seiner Vermieterin bis morgen das Depot für die neue Wohnung bezahlen, sonst würde sie diese an jemand anderen geben. Er drückt eine Anfrage auf seinem Handy weg, die ihm nur ZAR 30 bringen würde. So schaffe er es nicht auf die 2000, die er bis am nächsten Tag brauche, meint er. Wieviele Fahrten bzw. Kilometer das denn seien, will ich wissen. Ich verstehe seine Antwort nicht. Zu laut der Beat, zu nuschelig seine Aussprache. Ich geb ihm ein grosszügiges Trinkgeld,  sortiere meine Einkäufe und bin einmal mehr dankbar, auch wenn mein Tagesprojekt nicht erfüllt ist. Apropos Dankbarkeit: seit drei Tagen nehme ich an dem 10-tägigen Creative Gratitude Process von Adriana teil. Dankbarkeit hat solch eine Power! Wenn du es ausprobieren möchtest, schreibe jeden Abend 5 Sachen, Menschen, Situationen, Erlebnisse oder einfach nur Bilder, denen du begegnet bist auf, für die du dankbar bist. 

In den letzten zwei Wochen habe ich mich auch mit der Theory U von Otto Scharmer auseinandergesetzt und verschiedene Einführungskurse besucht. Ich bin so beflügelt! Und möchte diese Ansätze in meine Arbeit einfliessen lassen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten…

Ich freue mich im Fall auch zu hören bzw. lesen, was bei euch so geht. Ich freue mich auf Post – noch ein letzter Abschweif: Ich wollte meiner Nichte zum Geburtstag eine Karte per Post schicken. Unmöglich. Ich glaube, es gibt im Umkreis von 10km zwei Orte, an denen ich eine Briefmarke kaufen kann. Dass die Post dann auch tatsächlich ankommt, ist eher ein Wunder. Deswegen haben sie die ganzen Postämter zugemacht, meine eine Frau, die ich gefragt habe, wo ich Briefmarken bekommen könnte. Tja, es gibt keine physische Post von mir zu erwarten… C U soon!

Muize, 12. November 2025

Als erstes nochmals ganz herzlichen Dank an alle Spender:innen auf GoFundMe!

Ich bin jetzt seit gut zwei Wochen in Muizenberg und komme langsam an (die Seele…). Zur Zeit erkundige ich die Umgebung mit meinem Secondhand-Bike DARK ANGEL – jetzt sogar mit Korb ge-pimpt! Der Verkehr ist echt busy und auf dem Velo ist’s schon fast suizidal. Ich fahre daher so oft ich kann auf dem Trottoir (auf Anraten von Locals) und hab auch da bisher ganz schöne Begegnungen mit Fussgängern gehabt. Gestern eine Frau, die meinte: I love it (Bike)! I admire you! Mit einem Strahlen übers ganze Gesicht.

Morgen werde ich zwei WG-Zimmer in Fish Hoek besichtigen. Fish Hoek liegt strategisch am Besten für meine Freiwilligenarbeit in der Township Masi(phumulele) ab Mitte Januar. Ich hoffe sehr, dass ich mich da für längere Zeit einleben und Leute vor Ort kennen lernen kann. Danke fürs Daumendrücken für Morgen!

Seit letzter Woche nehme ich an einem Self Defense Kurs hier in Muize teil. Sicherheit ist ein grosses Thema. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich bislang durchs Band netten, freundlichen, hilfsbereiten und sympathischen Menschen begegnet bin: auf der Strasse (oder besser: Trottoir), in meinem (bislang) Lieblingscafé/-bar The Commons, bei den Zimmerbesichtigungen, in den Shops, im Yoga, am Strand… Mein Herz ist wirklich voll von solchen kurzen, aber so lieben Begegnungen. Ich bin dankbar und hoffe, dass es weiterhin so bleibt.

Das Meer ist wunderschön, am Wochenende ist der Strand absolut überfüllt – ein reges Leben findet am berühmten Surfers Beach statt. Ich brauchte etwas Anlaufzeit, bis ich mich das erste mal in die Wellen gewagt habe. Es windet hier oft und auch ganz schön heftig. But it’s still hot! Ja, die Locals sind nicht zimperlich. Vom Kleinkind, girls & boys bis zu grauhaarigen älteren Männern und bleichen Touristinnen wärmt sich alles erst am Strand auf, übt auf ihren Boards im Sand das Aufstehen vom Liegen übers Knien ins Stehen, angeleitet von Surf Instructors oder auch ohne, schnallt sich das Board an den Fuss und wirft sich (mehr oder weniger) in die Fluten. Immer wieder pfeifen die Life Guards und winken die Menschen in die richtige Richtung, weg von den Strömungen. Shark Spotters sitzen auf dem Berg (hab ich mir sagen lassen) und lassen die Life Guards per Funk wissen, falls es Alarm zu schlagen gäbe. Im Notfall holen sie dich mit ihren Booten oder Jetskies aus dem Meer. Ich kann stundenlang im Sand sitzen und dem Treiben am und im Wasser zuschauen.

Auch Autofahrstunden bin ich bereits am Aufgleisen. Allerdings macht die Fahrschule länger Holiday und im besten Fall kann ich anfangs/Mitte Dezember meine ersten Fahrstunden nehmen bevor die He & She Driving School dann in die Weihnachtsferien braust. Ich bin gespannt! Wish me Luck!

Soweit meine News aus dem gerade wieder unter strahlendem Himmel und unter Sonnenschein vibrierenden Muize, Eure Rea

Oct 31, 2025

In der Schweiz gehen die Kinder von Tür zu Tür. Süsses oder Saures. Mein jüngster Neffe hat sich eine professionelle Gesichtsbemalung von der grossen Schwester machen lassen. Hat zwar nichts mit dem Schweizer Brauch zu tun, aber dank Amerikanismus (nicht von Ursprung-Irland) hat der Konsumwahn in der Schweiz diese Marktecke vor Jahren begonnen kapitalistisch auszuschlachten. Hier in Muizenberg, Südafrika verkauft z.B. der Crazy Shop Halloween Kostüme und anderen Kürbis-Plastikutensilien. Doch die Kinder können hier nicht von Tür zu Tür. Vor jeder Haustür ist ein Gitter oder Gatter. Fremde werden nicht eingelassen. Alle Eingänge sind vergittert, so auch der Friseursalon von C heute, wo ich meine Stirnfransen schneiden liess. Das Verrückte für mich an der Sache ist, dass die Leute in Muizenberg so freundlich sind, sich auf der Strasse, am Strand usw. grüssen, oder ich auf alle Fälle gegrüsst werde. Ich fühle mich hier so viel mehr wahrgenommen (weil ich herausstechend europäisch-touristisch erscheine?) als in der Schweiz. Auch wenn Leute ja nicht wissen woher ich komme, werde ich gegrüsst. Als wäre ich von hier. Denn hier, in Muizenberg, da kennt man sich. It’s a Small Community, meinte die Coiffeuse C. Auch der Rentner Dave, der leider dem Alkohol verfallen ist, aber ein übergrosses Herz hat. Dave ist hier aufgwachsen, zur Schule (er zeigte mir die Junior School) und immer hier gewesen. Er kennt jeden, dem wir begegenen. Übrigens, guter Tipp: geh zum lokalen Frisör, wenn du was brauchst. Die kennen alle und wissen, wer wo wie was. Auf alle Fälle war C so angetan, dass ich bei ihrem Salon angeklopft und einen Termin gebucht habe. Sie hatte solche Freude, meinen Poni mit Hingabe zu kürzen (ihr wisst ja, ich trag ihn sehr gerne sehr kurz). It is such a pleasure you came by, meinte sie. Thank you for the conversation. Dass sie froh ist, dass ihre Tochter darauf achtet, dass ihre Kinder nicht schon von klein an am Handy kleben. Sie hätte gesehen, was es mit den Kindern mache. Dass sie aggressiv werden und mehr. Und winke, wenn du wieder hier vorbei gehst. It was such a pleasure to get to know you. Sie wolle mir einen Kontakt vermitteln von einer Immobilen-Frau. Ihr Mann werde ihr helfen, damit sie das mit meiner Schweizer Nummer in WhatsApp hinkriege.  Und dann wird das Gitter hinter mir wieder verschlossen. Es windet. Es ist kühler geworden. Es kann alle Jahreszeiten an einem Tag geben, sagte C. Ja, das hab ich in den wenigen Tagen auch schon gespürt. Auf dem Blue Bird Market ist viel los. Mehr als gestern. Es wird gegessen, getrunken, getestet. Ich grüsse die Frau, die in ihrer Garage Kleider näht und mit der ich schon gestern ins Gespräch gekommen bin, weil ich mir aus dem Stoff von Tansania eine Jacke genäht habe, die einen ganz ähnlichen Schnitt hat, wie die von ihr. Ich komme nächste Woche wieder und zeige ihr meine Jacke. Yes, sure. Sie hat gestern recht gut Geschäfte gemacht, heute noch nicht so, sagt sie. Jeden Donnerstag und Freitag ist sie am BBM. See you! Das werden wir. Ich weiss, dass es Geduld braucht. Die beiden jungen Typen beim Bier sind schnell verschwunden, nachdem wir ein bisschen geplaudert haben. Schade, sage ich zu dem Filmmaterial-Verleiher. Bis zum nächsten Mal. So geht das.

Tamalpa Life/Art Process Practitioner

Dezember 2023-Januar 2024 hab ich als Volunteer im Flowers Children’s Center in Tanzania gearbeitet und mein Level 3 Projekt durchgeführt. Ein Jahr später habe ich nun das Certificate erhalten und bin damit offiziell als TLAP Practitioner anerkannt. Ich freue mich auf Projekte und Einzel-Coachings und wünsche mir, diese fruchtbare Arbeit mit meinem Engagement als Genesungsbegleiterin verbinden und so Menschen begleiten und unterstützen zu können auf ihrem Lebensweg. Ich freue mich auf gemeinsames Lernen, Erfahren und Erleben. Trust the Process!

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